KI-Vormarsch

So optimieren neuronale Netze die Digitalisierung in der Industrie

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Wichtig ist, dass die Mitarbeiter geschult werden

Auch der Mensch ist nicht immer leicht vom KI-Einsatz zu überzeugen, wie die Start-up-Gründerin Weirauch bemerkt hat: „Häufig erlebe ich anfangs eine Art Anti-Einstellung zur KI, aufgrund von Unwissenheit und fehlendem Know-how.“ Mitarbeiter müssten deshalb auf KI-Systeme vorbereitet und entsprechen geschult werden, um sicher zu sein, dass sie die Technologie dann auch effektiv genug nutzen. Gleichwohl räumt sie ein, dass KI in der Produktion ethische Fragen aufwirft, was insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von autonomen Robotern und die Auswirkungen auf Arbeitsplätze zum Trage kommt. Wird die Fachkraft in der Fabrik also tatsächlich nicht mehr gebraucht, nachdem das Wissen an die KI übertragen wurde?

Prof. Denkena gibt eine differenzierte Antwort: „Vor jeder technisch bedeutsamen Revolution wurde die Frage gestellt, ob die Technik den Menschen überflüssig machen wird.“ Vor der Einführung computergesteuerter Maschinen war die neue Rolle des Menschen in Fabriken ebenfalls schwer vorstellbar. Heute verstehe man Computer ganz selbstverständlich als Werkzeug und nicht als Konkurrenz. So, prophezeit Denkena, werden wir irgendwann auch die künstliche Intelligenz als hilfreiches Werkzeug verstehen.

Um in einer sogenannten Smart Factory aber zu arbeiten, seien neue Fähigkeiten gefragt. „Die Mitarbeiter müssen vielseitig sein und brauchen Kompetenzen im Umgang mit Software“, so Denkena. Die Anzahl an Maschinen und deren Automatisierungsgrad werde mit KI auch weiter steigen. Und während die Programmierung der einzelnen Maschinen deutlich einfacher werde, müssten die Mitarbeiter dennoch mit vielen verschiedenen Maschinen sicher umgehen können.

Deutsche Blechfertigung ist Asien bei KI überlegen

Klar ist aber, dass kein Weg an der KI mehr vorbeiführt, wenn die industrielle Produktion international wettbewerbsfähig bleiben soll. Zudem werde KI ein entscheidender Faktor für die Innovationsfähigkeit der Unternehmen im Hinblick auf Produkte und Produktionsprozesse sein. Hat Deutschland im internationalen Vergleich, insbesondere mit Blick auf China, Japan und die USA, einen Entwicklungsvorsprung in der digital vernetzten Fertigung? Trumpf-Manager Kunz hat eine vielschichtige Antwort auf diese zentrale Frage: „Die deutschen Blechfertiger sind bei den Themen Digitalisierung und Automatisierung schon sehr gut aufgestellt, insbesondere im Vergleich zu Asien.“

Die nächste Entwicklungsstufe sieht wiederum Kunz im Bereich der digitalen Services: „Beispielsweise haben wir derzeit rund 5.000 Maschinen im Feld, die an das IT-System von Trumpf angebunden sind. Kommt es zu Auffälligkeiten in den Maschinendaten, bemerken wir das sofort und kontaktieren den Kunden.“ Auch biete Trumpf den Kunden an, ihre Maschinen aus der Ferne zu programmieren oder in der Nachtschicht zu entstören. Auf der Nortec 2024 wird Trumpf deshalb mit Maschinen vor Ort sein, die sich für den Einstieg in diese KI-Trumpf-Welt eignen. Das sind konkret Maschinen für das Laserschneiden und -schweißen. Thematisch werde bei den ausgestellten Maschinen die digital vernetzte Fertigung im Vordergrund stehen. „Solche Modelle sind technisch schon sehr weit, aber die deutsche Industrie ist eher vorsichtig, sie anzuwenden. Andere Länder, nehmen wir die USA, sind hier proaktiver“, muss Kunz zugeben.

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