Grüner Hafenbetrieb So sieht die nachhaltige Zukunft von Rangierloks in Häfen aus

Quelle: Hochschule Bremerhaven 3 min Lesedauer

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Um den Hafenbetrieb nachhaltiger und klimaschonend zu gestalten, wäre eine Umrüstung des Rangierbetriebes auf erneuerbare Energien ein wichtiger Schritt. Und so könnte das klappen ...

Wie kann man im Hafenbetrieb nachhaltiger rangieren, wenn keine Oberleitungen existieren, sondern die Rangierloks auf Diesel angewiesen sind? Forscher aus Bremerhaven haben das mal mit Partnern unter die Lupe genommen ...(Bild:  HHLA)
Wie kann man im Hafenbetrieb nachhaltiger rangieren, wenn keine Oberleitungen existieren, sondern die Rangierloks auf Diesel angewiesen sind? Forscher aus Bremerhaven haben das mal mit Partnern unter die Lupe genommen ...
(Bild: HHLA)

Die Bahn gilt als ein vergleichsweise klimafreundliches Verkehrsmittel. Weil die Züge auf vielen Strecken bereits über Oberleitungen mit Strom versorgt werden, ist prinzipiell eine vollständige Umstellung auf Ökostrom aus erneuerbaren Energien möglich. Bei Rangierlokomotiven in den Häfen sieht das ganz anders aus. Denn damit auch sie in Bereichen ohne Oberleitungen fahren können, werden sie überwiegend mit Diesel betrieben. Um die Klimaziele aber zu erreichen, müssten sie auf klimafreundliche Antriebe umgerüstet werden, sagen Forscher von der Hochschule Bremerhaven. Das sei jedoch nicht so einfach. Denn die Umrüstung und der Neubau von Rangierloks mit alternativen Antrieben erfordere eine genaue Bewertung der Einsatzbedingungen, der technischen Möglichkeiten und der vorhandenen Infrastruktur, um die richtige Variante zu identifizieren. Im Rahmen des Projekts „sH2unter@ports“ wurden deshalb Alternativen zum Dieseleinsatz im Rangierbetrieb untersucht.

Vieles ist bei alternativen Rangierlokantrieben zu beachten

Dabei ging es um die Frage, ob die Lokomotiven zukünftig effizient mit Wasserstoff betrieben werden könnten, wie es weiter heißt. Zunächst haben die Forscher dafür eine übliche mit hydriertem Pflanzenöl (HVO) betriebene Lok mit Messsensorik ausgestattet. So konnte das tatsächliche Leistungsprofil einer Rangierlok in den Hafengebieten Hamburg und Bremerhaven aufgenommen werden, um als Grundlage für die zu entwickelnden alternativen Antriebsmöglichkeiten zu dienen. Das ergebe sich unter anderem aus dem Gesamtgewicht der angehängten Lasten, der Beschleunigung im Betrieb und dem Profil des Streckennetzes in den Häfen. Denn die Anfahrtsenergie steigt nämlich schon bei kleinen Anhöhen um ein Vielfaches. Auch spielt die Art des Einsatzes eine wichtige Rolle, weil der Betriebsablauf nicht durch lange oder häufige Tankvorgänge oder auch Ladezeiten gestört werden darf, wie die Forscher erklären.

Rangierloks mit Wasserstoffantrieb rollen nachhaltiger

Der Fokus der Forschungsarbeit lag, wie gesagt, auf dem alternativen Energieträger Wasserstoff. Dabei konnte festgestellt werden, dass dieser in verschiedenen Einsatzbereichen eine vielversprechende Option darstellt – sowohl im Betrieb als auch in der Infrastruktur. Ein Vorteil sei, dass bereits vorhandene Rangierloks nicht ersetzt werden müssten, sondern auf Wasserstoffantriebe respektive H2-Verbrennermotoren (auch in Kombination mit Generator-Batterie-Systemen) umgerüstet werden könnten. Das wäre sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll. Denn steigende Kosten für fossile Brennstoffe und CO2-Emissionen müssten bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden. Dabei kann die Umrüstung auf lange Sicht günstiger sein als der Weiterbetrieb der Dieselloks, wie die Experten anmerken. Mittelfristig müsse es jedoch Konzepte für den Neubau von klimaneutralen, effizienteren Rangierloks geben, die über Brennstoffzellen-Antriebe oder eine Kombination aus Oberleitung und Batterien verfügten. Die Entwicklung solcher Lokomotiven kann im Anschluss an das Projekt und auf Grundlage der Ergebnisse durch den Projektpartner Alstom Lokomotiven Service GmbH erfolgen. Insofern habe das Projekt einen wichtigen Beitrag für eine notwendige Serienfertigung und einen zukünftigen klimafreundlichen Hafenbetrieb geleistet.

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