Macht die 1.000 voll! So viele Ladestationen für Elektro-Lkw braucht Europa ...

Quelle: Fraunhofer-ISI 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Studie des Fraunhofer-ISI und von Amazon beantwortet Fragen zur Anzahl und den besten Standorten für öffentliche E-Lkw-Schnellladestationen in Europa.

Eine Fraunhofer-Studie, die mithilfe des Open Source Tools namens Chalet von Amazon durchgeführt wurde, gibt nun Antworten dazu, wieviele Ladestationen der reibungslose Transportverkehr mit E-Lkw in Europa braucht und wo diese am besten stehen sollten.(Bild:  DAF Trucks)
Eine Fraunhofer-Studie, die mithilfe des Open Source Tools namens Chalet von Amazon durchgeführt wurde, gibt nun Antworten dazu, wieviele Ladestationen der reibungslose Transportverkehr mit E-Lkw in Europa braucht und wo diese am besten stehen sollten.
(Bild: DAF Trucks)

Um die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor im Allgemeinen und schwerer Lkw im Besonderen zu verringern, müssen alle EU-Mitgliedstaaten demnächst eine Infrastruktur für alternative Kraftstoffe aufbauen, wozu auch der Ausbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur für Lkw entlang von Autobahnen gehört, wie Forscher vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) erklären. Eine EU-Verordnung legt auch bereits konkrete Mindestziele für alle EU-Mitgliedstaaten fest! So soll es in Deutschland bis 2030 insgesamt rund 300 Lkw-Ladestationen geben. Europaweit sollen über 2.000 vorhanden sein.

Schon 1.000 Ladestationen helfen dem E-Lkw-Transport sehr

Angesichts der begrenzten Reichweite von batterieelektrischen Lkw im Vergleich zu Diesel-Lkw stelle sich die Frage, wie viele Schnellladestationen Europas Transport eigentlich braucht, um reibungslos abzulaufen. Nun, auf Grundlage des berechneten Verkehrsaufkommens für 2030 und 1,6 Millionen Lkw-Fahrtenkombinationen, analysiert die Studie mithilfe des Open-Source-Tools Chalet von Amazon 20.000 potenzielle Standorte für Lkw-Ladestationen entlang europäischer Autobahnen. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits 1.000 öffentliche Megawatt-Ladestationen ausreichen könnten, um schon 91 Prozent des erwarteten Langstreckenverkehrs von Elektro-Lkw abzudecken. Die Studie berücksichtige auch Kapazitätseinschränkungen wegen Platzmangel sowie die Modalitäten der Netzanschlüsse.

Ladestationen zunächst an viel befahrenen Strecken vorsehen

Die Ergebnisse zeigen, dass bei einem Anteil von 15 Prozent batteriebetriebener Lkw im Fernverkehrsbestand also rund 1.000 optimal ausgewählte Ladestationen – verteilt über Europa – quasi den ganzen E-Lkw-Fernverkehr aufrecht erhalten können. Rund 500 Stationen etwa die Hälfte des Verkehrs. Das sei allerdings überraschend, weil die Anzahl der in der Studie vorgeschlagenen Standorte geringer ausfalle als die EU-Mindestinfrastruktur-Ziele. Bei ihren Berechnungen gingen die Autoren außerdem konservativ vor, denn sie nahmen kein Depotladen an und legten eine Praxisreichweite von nur 400 Kilometern zugrunde, die einige neue Batterie-Lkw-Modelle bereits heute überschreiten. Was die optimalen Standorte für Lkw-Ladestationen in Europa anbelangt, empfiehlt die Studie, den Fokus auf stark befahrene Strecken an wichtigen Verkehrsknotenpunkten zu legen. Wenn das Ladenetz später ausgebaut werde, könnten sukzessive Standorte auf weniger frequentierten Strecken hinzukommen.

Megawatt-Ladestationen helfen dem klimafreundlichen Transport

Die Ergebnisse zeigen auch, dass sogar weniger Ladestandorte, als von der EU gefordert werden, fast den gesamten europäischen E-Lkw-Verkehr abdecken würden. Diese neuen Standorte müssen aber eine ausreichende Netzleistung haben, wobei einige eine Kapazität von bis zu 12 Megawatt benötigen werden, um bis zu 20 Megawatt-Charging-System-(MCS-)Anschlüsse versorgen zu können, wie die ISI-Forscher berechnet haben. Das verdeutliche die Herausforderungen beim Energiebedarf und der Netzinfrastruktur, den die Elektrifizierung des europäischen Lkw-Güterfernverkehrs mit sich bringen werde. Mehrere europäische Regierungen arbeiteten aber bereits aktiv an genau diesen Herausforderungen. Es sei auch klargeworden, dass ein strategisch geplantes Netz mit Megawatt-Ladestationen der Verbreitung von Elektro-Lkw einen Push geben kann. Denn das ermöglicht es nach Ansicht der Forscher, den Logistikunternehmen, die keine Möglichkeit zum Depotladen haben, ihre Flotten dennoch zu elektrifizieren. Und durch genügend öffentliche MCS-Stationen könnten sonst bestehende Hürden bei der Stromversorgung oder durch den nötigen Erwerb entsprechender Immobilien genommen werden.

(ID:50098457)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung