Lagertechnik

Sonderlösung lagert hochexplosive Gemische fachgerecht

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2000 m³ hochexplosive Kraftstoffe werden täglich gelagert

Besonders anspruchsvoll war die Ausführung des Warenlagers, schließlich lagern hier täglich über 2000 m³ hochexplosiver Kraftstoffe. Das Lager wird mittels Robotern vollautomatisch betrieben, was bedeutet, dass diese sich über Kondensatoren mit Energie versorgen und im ungünstigsten Fall elektrostatische Entladungen hervorrufen. Dennoch hat Freyler eine Genehmigung erhalten: „Dank der ganzheitlichen Planung konnte der bauliche optimal auf den technischen Brandschutz abgestimmt werden. Andernfalls hätten wir das Gebäude nie so bauen dürfen und der Bauherr müsste mit mehreren kleinen Lagerräumen arbeiten – effiziente Prozesse wären so allerdings nicht möglich“, erklärt Georg Keller.

Maximalen Schutz garantiert eine Lüftung mit permanentem Luftwechsel – zündfähige Gemische können so gar nicht entstehen. Tritt dennoch der Ernstfall ein, aktiviert der zweifache Alarm der Brandmeldeanlage die automatisierte Löschanlage: Sensoren melden und lokalisieren den Brandherd, die integrierte Sprühflutlöschanlage führt dann genau dort das alkoholbeständige Löschmittel zu. So kann jeder Regalgang – insgesamt sind es 22 Gänge – separat besprenkelt werden bis die Feuerwehr vor Ort ist. Freyler hat das Lager zu-dem komplett als Stahlbetonkonstruktion nach F90 ausgeführt, in deren Deckenkonstruktion eine eigenständige Sprinkleranlage integriert ist. Diese wäre selbst dann noch funktionsfähig, wenn das Regal inklusive Löschleitungen zusammengebrochen ist.

Zwei Lüftungen im Abfüllbereich

Um die Velind-Mitarbeiter vor gefährlichen Dämpfen zu schützen und entzündliche Gemische zu verhindern, gibt es im Abfüllbereich gleich zwei Lüftungen: Eine für den gesamten Raum sowie eine geschlossene Objektabsaugung direkt an den Abfüllvorrichtungen. Bei letzterer wird die kohlenwasserstoffhaltige Abluft durch einen Kohlefilter gereinigt, bevor sie nach draußen abgelassen wird. Dieser Filter wird mittels Hitzesensoren überwacht, sodass beim kleinsten Temperaturunterschied der ein- und austretenden Luft, die Filter-Anlage mit Stickstoff geflutet wird – der Sauerstoffanteil sinkt drastisch und ein Feuer wird verhindert.

Für den Fall der Fälle ist auch die Umwelt abgesichert. So hat Freyler unter dem Betonboden von Lager, Kommissionierung und Abfüllraum eine Folie installiert, die alle Flüssigkeiten auffängt und dann eine kontrollierte Entsorgung ermöglicht. Hochtoxische Stoffe oder Löschschaum können daher keinesfalls ins Grundwasser gelangen. Die Unversehrtheit der Folie garantiert ein Prüfsystem, das diese regelmäßig auf Lecks kontrolliert. Obendrein kann der abgesicherte Bereich in einzelnen Schritten vom Rest abgeschottet werden, sodass ein Überlaufen unmöglich ist: Zuerst das Warenlager mit Auffanggrube, was 325 m³ Löschwasserrückhalt bedeutet, und dann die angrenzenden Hallenbereiche, was ein maximales Rückhaltevolumen von 900 m³ erzielt. Nicht zuletzt wird im Ernstfall das komplette Abwassersystem von Velind abgedreht.

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