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Lagertechnik Sonderlösung lagert hochexplosive Gemische fachgerecht

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Für Velind Sonderkraftstoffe realisierte Freyler Industriebau eine Immobilie – die sowohl Mitarbeiter als auch die Umwelt schützt. So wurden beispielsweise zwei Lüftungen im Abfüllraum und unter dem Betonboden von Lager, Kommissionierung und Abfüllraum eine Folie installiert, die alle Flüssigkeiten auffängt um eine kontrollierte Entsorgung zu ermöglichen.

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Die vollautomatisierte Löschanlage löst bei einem Alarm über die 2-Linien-Brandmeldeanlage genau dort die Beschäumung aus, wo ein Brandherd gemeldet wird.
Die vollautomatisierte Löschanlage löst bei einem Alarm über die 2-Linien-Brandmeldeanlage genau dort die Beschäumung aus, wo ein Brandherd gemeldet wird.
(Bild: Freyler/Velind)

Mit etwa 10 Mio. Litern abgefülltem Kraftstoff erwirtschaftete die Velind Sonderkraftstoffe GmbH zuletzt einen Umsatz von über 14 Mio. Euro. Innerhalb weniger Jahre soll dieser nun verdoppelt werden: „Der Ausbau der Produktionskapazitäten stand bei unserem Neubau im Fokus – bei konstanter Belegschaft und maximaler Sicherheit“, erklärt Velind-Geschäftsführer Horst Donth. Freyler Industriebau hat diese Immobilie realisiert – gemäß Störfall-Verordnung laut Bundes-Immissionsschutzgesetz (12. BImSchV), optisch repräsentativ und erweiterbar. Das Gebäude gliedert sich in ein großes Warenlager, den Abfüllraum und die Kommissionierung sowie ein kleines Materiallager und die Räumlichkeiten für Technik und Verwaltung – über Rohrleitungen ist es zudem mit dem 26 m entfernten Tanklager verbunden.

Einzigartige Sonderlösung bringt Leistung und Sicherheit in Einklang

Bei der Produktion von Sonderkraftstoffen ist der gesamte Materialfluss ein brisantes Thema – von der Rohstoffanlieferung über die Produktion bis hin zur Lagerung und Kommissionierung: Hochexplosive Flüssigkeiten werden in großen Mengen geliefert, in kleinere Gebinde abgefüllt beziehungsweise nach Kundenwunsch gemischt, in verschiedenen Chargen eingelagert und wieder verschickt. Zudem sind die Sonderkraftstoffe wassergefährdende Stoffe und dürfen keinesfalls in den Boden gelangen: „Für ein optimales Gebäude mussten wir leistungsstarke Arbeitsstrukturen mit Baurecht, Brand- und Umweltschutz sowie der Mitarbeitersicherheit in Einklang bringen“, erklärt Georg Keller, Bauleiter für Freyler. „Entstanden ist eine Sonderlösung, die es so kein zweites Mal gibt.“

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Im ersten Schritt wurden der Ist-Zustand und künftige Entwicklungen von Velind erfasst. Daraus ergaben sich dann die idealen Prozesse, die später baulich abgebildet wurden und Grundlage jedes zukunftsfähigen Produktionsgebäudes sind. Dabei zeigte sich schnell, wie komplex die Planung werden würde, um die leistungsstarken Strukturen erfolgreich den Gesetzesvorgaben anzupassen. Freyler hat das eigene Know-how daher mit dem der zuständigen Behörden, Versicherungen und Fachplaner gekoppelt: Vom Entwurf über die Bauphase bis hin zur Fertigstellung wurde gemeinsam an der bestmöglichen Lösung gearbeitet.

Individuelles Sicherheitskonzept begünstigte die Baugenehmigung

Die gesamte Anlage zur Abfüllung von Sonderkraftstoffen wurde auf dem Gelände der PCK Raffinerie in Schwedt an der Oder errichtet – was die Baugenehmigung positiv beeinflusste: „Wir mussten für dieses Projekt nicht den Weg über das regionale Bauamt nehmen, sondern eine Stufe höher, über das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LGUV)“, berichtet Bauleiter Georg Keller. „Natürlich war unser individuell erstelltes Sicherheitskonzept ausschlaggebend für die Genehmigung. Ein wichtiger Teil davon ist die Werksfeuerwehr der PCK, die garantiert innerhalb von fünf Minuten vor Ort ist – in Kommunen können bis zu 20 Minuten vergehen.“ Zudem verfügt die Raffinerie über strenge Sicherheitsrichtlinien, eine bestens ausgebaute Infrastruktur und hervorragende Vorkehrungen bezüglich Umwelt- und Emissionsschutz.

Vollautomatische Brandmeldeanlage

Die Sicherheit von Mitarbeitern, Umwelt und Gebäude steht bei Velind an erster Stelle. Kernstück des Neubaus ist daher die vollautomatische Brandmeldeanlage. Diese überwacht in einer Zwei-Linien-Abhängigkeit das große Tanklager, den Abfüllraum sowie Versandlager, Kommissionierung und das Lager für Verpackungen: Bei der ersten Meldung werden die Mitarbeiter und die Feuerwehr alarmiert und die Betriebsmittel stillgelegt, die computergesteuerte Löschanlage springt jedoch erst nach einer zweiten Meldung an – wirtschaftliche Schäden bei einem Fehlalarm werden so minimiert. Dabei alarmieren Rauchansaugsysteme bereits vor einem offenen Feuer, da sie Rauchpartikel in der Luft erkennen. Parallel wird die Raum-temperatur gemessen, wobei die Sensoren bei einer schnell zuneh-menden Wärmeentwicklung Alarm schlagen.

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