Noch mehr hinblättern Spediteure warnen vor Teuerungen durch krasse Mauterhöhung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Zum 1. Dezember 2023 sollen sich die Mautkosten fast verdoppeln. Die Logistikbranche rechnet mit Preissteigerungen für die Verbraucher, wie die dpa meldet. Einige reden von verkappter Steuererhöhung.

Zum 1. Dezember wird die Lkw-Maut erhöht und wohl auch auf Lkw ab 3,5 t ausgeweitet. Zwar zahlen die Speditionen dann mehr, doch höchstwahrscheinlich geben sie die Mehrkosten an die Verbraucher weiter. Lesen Sie ...(Bild:  Grobfidi)
Zum 1. Dezember wird die Lkw-Maut erhöht und wohl auch auf Lkw ab 3,5 t ausgeweitet. Zwar zahlen die Speditionen dann mehr, doch höchstwahrscheinlich geben sie die Mehrkosten an die Verbraucher weiter. Lesen Sie ...
(Bild: Grobfidi)

Der Vorstandssprecher des Branchenverbandes BGL, Dirk Engelhardt, spricht von einer dramatischen Mauterhöhung. Und über 80 Prozent der Güter würden mit Lastwagen transportiert. Angesichts der relativ geringen Margen der Betriebe werde die Mauterhöhung deshalb wahrscheinlich eins zu eins durchgereicht. Die Verbraucher bezahlen dann also mehr für den Joghurtbecher, für die Kiste Wasser und überhaupt für den täglichen Einkauf. Für einen 4-Personen-Haushalt rechnet Engelhardt nach eigenen Worten mit Mehrkosten von 350 bis 400 Euro im Jahr.

Kritik an den Plänen der Ampel-Koalition kam auch vom Wirtschaftsflügel der Union, wie es weiter heißt. Die Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann, spricht etwa von einem nationalen Alleingang. Die Mauterhöhung schwäche nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Speditionen. Und der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichele, kommentiert, dass mit der geplanten Erhöhung die Maut beinahe verdoppelt wird. Das sei nichts anderes als eine verkappte Steuererhöhung, die nicht nur die Logistikbranche belaste, sondern im Ergebnis auch alle Hersteller und Verbraucher.

Die Politik glaubt, dass alles nicht so schlimm wird ...

Der Bundestag beriet bereits über einen Gesetzentwurf zur Maut. Zum 1. Dezember soll also ein CO2-Aufschlag eingeführt werden. Im Gesetzentwurf heißt es, die Mautkosten machen nur einen geringen Anteil der Transportkosten und somit einen noch geringeren der Gesamtkosten des Endprodukts aus. Die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise seien daher marginal. Die Lkw-Maut gilt auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Emissionsfreie Lkw, von denen es vergleichsweise wenige gibt, sollen bis Ende 2025 von der Maut befreit werden. Die Mautpflicht soll zudem von Juli 2024 an auch für Lastwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen gelten. Bisher sind davon 7,5-Tonner betroffen. Handwerksbetriebe sollen aber ausgenommen werden. Mit den Änderungen will die Koalition Anreize setzen, sparsamere Fahrzeuge zu nutzen, damit der Verkehr klimafreundlicher wird. Milliardenschwere Mehreinnahmen aus der Lkw-Maut sollen vor allem dem Schienenverkehr zugute kommen.

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