Logistikforum

Team fokussiert Intralogistik

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Weniger ist manchmal mehr und viel günstiger zu haben

In der unternehmensinternen Fördertechnik gebe es zur Zeit fünf konkurrierende Systeme, die um die Gunst der Anwender buhlen. Das seien zum einen die multifunktionalen Fördersysteme Karis (kleinskaliges autonomes redundantes Intralogistiksystem) vom IFL in Karlsruhe und das Multishuttle Move von Dematic. Bei beiden Systemen hätten sich die Entwickler das Ziel gesetzt, Fahrzeuge entstehen zu lassen, die selbstständig, flexibel und frei navigierende Ladungsträger wie etwa Kleinladungsträger (KLT) oder Paletten aufnehmen, abgeben und transportieren.

Demgegenüber stehen laut Wehking die monofunktionalen Systeme des Stuttgarter IFT und des Projektpartners Götting KG: entweder für die Aufnahme von KLT (Kate) oder von Paletten (Doppelkufensystem). Das System Kate hat nur eine Transportfunktion und handhabt ausschließlich KLT. Das Doppelkufensystem handhabt nur Europaletten (800 mm x 1200 mm). Voraussichtlich zur nächsten Fachmesse Logimat in Stuttgart (13. bis 15. März 2012) könne sein Institut ein voll funktionsfähiges System zeigen.

Eine weitere Spielart stelle die modulare oder kognitive Fördertechnik dar. Kognitiven Systemen würde in aller Regel die Fähigkeiten des Erkennens, Kommunizierens, der Orientierung, des Lernens und des Planens zugesprochen. Ziel eines Materialflusssystems auf der Basis kognitiver Logistikmodule sei es, auf unvorhergesehene Änderungen der gegebenen Materialflussgrößen dynamisch zu reagieren.

Prof. Wiegard: Gute Aussichten für die Logistik

Besucher des Logistikforums, die bis zum Schluss geblieben waren, wurden mit einem prägnanten Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Wiegard von der Uni Regensburg belohnt — dem ehemaligen Vorsitzenden der Wirtschaftsweisen. „Europa ein Zukunftsmodell“ war sein Thema. Wiegard sprach zur Schuldenstandsquote ausgewählter Länder, also dem Quotienten aus Staatsschulden und dem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt (BIP). In Deutschland sei diese für 2012 mit 81,9% prognostiziert — doch halt: der 55,5-Mrd.-Euro-Rechenfehler würde die Quote merklich auf 73,5% drücken.

Quintessenz seiner zwölf Thesen: Die Logistikbranche in Deutschland sei in einer soliden Verfassung. Mit einem erwarteten Rekordumsatz von 220 Mrd. Euro im Jahr 2011 sei der Umsatzrückgang im Jahr 2009 mehr als aufgeholt. Wenn es nicht zu einer Rezession komme, sei für das kommende Jahr mit einem weiteren moderaten Anstieg zu rechnen, der sich in 2013 fortsetzen werde.

(ID:387813)