Spezial-Transportfahrzeuge

Transportieren jenseits aller Standards

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Durch die Baukasten- oder Modulbauweise lassen sich die unterschiedlichsten Fahrzeuge bedarfsgerecht und dabei vergleichsweise kostengünstig herstellen. Ein Beispiel dafür sind aus dem Scheuerle-Programm die selbstfahrenden Modultransporter der Baureihe SPMT (Self Propelled Modular Transporter), die je nach Gewicht und Größe der Last zu Kombinationen gekuppelt werden können.

Mit diesem System wurden bereits Lasten von mehr als 16 000 t transportiert, darunter Kraftwerkteile oder Offshore-Plattformen. Für Werften produziert Scheuerle außerdem Schiffssektionstransporter. Dabei handelt es sich um selbstfahrende Plattformwagen mit einer elektronisch gesteuerten Lenkung. Für die metallurgische Industrie stehen unter anderem auch Schlacken-, Brammen- und Coiltransporter zur Verfügung.

Super-Trucks transportieren Antennen durch die Wüste

Eines der anspruchsvollsten Projekte in jüngster Vergangenheit hat Scheuerle gerade in der Atakama-Wüste in Chile erledigt, einer Hochebene in rund 5000 m Höhe. Dorthin lieferte Scheuerle im Oktober 2007 zwei Spezialfahrzeuge für den Transport von Antennen, die auf dem vom European Southern Observatory (ESO) errichteten Antennenfeld – dem größten der Welt – aufgestellt werden. 20 m lang, 10 m breit, 6 m hoch und 130 t schwer ist jeder der beiden Scheuerle-Transporter.

Unter den genannten Bedingungen werden diese Super-Trucks zum Transport von 115 t schweren Radioteleskopen mit einem Durchmesser von 12 m eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört der Transport der Radioteleskope vom Basislager in 2900 m Höhe, wo die Teleskope montiert werden, auf das Hochplateau. Die rund 28 km lange Schotterpiste weist dabei eine Steigung von bis zu 10% auf.

Ein Problem bei der Umsetzung dieses Projekts war die Höhe, in der die Fahrzeuge eingesetzt werden. Unter anderem mindert der niedrige Sauerstoffgehalt die Leistungsfähigkeit der Dieselmotoren. Je zwei 1360 PS starke Aggregate treiben die Geräte an, allerdings fällt die Leistung in dieser Höhe auf rund 820 PS ab.

Oft müssen nie zuvor erlebte Bedingungen erfüllt werden

Trotz der enormen Abmessungen können die Fahrzeuge von nur einer Person bedient werden, obwohl aus Sicherheitsgründen stets ein zweiter Fahrer mitfährt. Eine eigens entwickelte Aufnahmevorrichtung, ähnlich wie ein Schrägaufzug, stellt das millimetergenaue Positionieren der empfindlichen Radioteleskope auf ihren Fundamenten sicher. „Die Fahrzeuge haben unsere Ingenieure vor eine völlig neue Herausforderung gestellt“, heißt es aus dem Unternehmen, „es galt Bedingungen zu erfüllen, die vorher noch bei keinem anderen Fahrzeug realisiert wurden.“

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