Stimmungsbild Druck auf Lieferketten steigt nach US-Wahl

Von Louise Steinebach Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V 2 min Lesedauer

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Die Zeiten sind alles andere als stabil und vorhersehbar – daran zweifelt wohl kaum jemand mehr. Die Wahl Donald Trumps zum 47. US-amerikanischen Präsidenten wird daran mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Doch deutsche Unternehmen beschäftigen derzeit noch andere Themen, wie ein Stimmungsbild verschiedener Wirtschaftsverbände ergab.

Die jüngste Präsidentschaftswahl in den USA erhöht den Druck auf deutsche Unternehmen, ihre Lieferketten gegen Risiken abzusichern. Aber nicht erst seit Donald Trump wachsen die Sorgen und Herausforderungen von Unternehmen.(Bild:  donvictori0 - stock.adobe.com)
Die jüngste Präsidentschaftswahl in den USA erhöht den Druck auf deutsche Unternehmen, ihre Lieferketten gegen Risiken abzusichern. Aber nicht erst seit Donald Trump wachsen die Sorgen und Herausforderungen von Unternehmen.
(Bild: donvictori0 - stock.adobe.com)

Für deutsche Unternehmen wird es immer schwieriger, ihre Lieferketten zu sichern. Diese Herausforderung besteht seit Jahren – unabhängig vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. Die neue Wahl Donald Trumps könnte die Unsicherheit jedoch verstärken, insbesondere hinsichtlich der künftigen handelspolitischen Spannungen.

Ein Stimmungsbild in der Wirtschaft vor dem Deutschen Lieferkettentag hat ergeben, dass Unternehmen aktuell dringend Entlastung mit Blick auf neue Bürokratiepflichten in der Lieferkettenüberwachung suchen.
Die Befragung wurde durchgeführt von verschiedenen Verbänden, darunter dem Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) und dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME).

Forderungen an die Politik

Die Verbände fordern nun einen neuen, pragmatischen Ansatz in der Handelspolitik und Überwachung der Lieferketten. In einer gemeinsamen Pressemitteilung appellieren sie an die Politik in Deutschland und der EU, eine abgestimmte Strategie zu entwickeln, die nicht durch bürokratische Berichtspflichten belastet wird. Auf dem Deutschen Lieferkettentag 2024 wollen die Verbände daher den direkten Dialog mit Politik und Unternehmen suchen, um dringend benötigte Orientierung zu schaffen.

Größte Sorge: Geopolitische Spannungen

Laut Umfrage sehen Unternehmen die größte Bedrohung für ihre Lieferketten in geopolitischen Konflikten (82 Prozent), weit vor Cyberkriminalität (8 Prozent) und Naturkatastrophen (6 Prozent). Ein Drittel der Befragten erwartet für die Zeit nach der US-Wahl amerikanische Alleingänge durch Zölle oder eine „America First“-Strategie. Lediglich 4 Prozent der Befragten rechnen mit einer Rückkehr zur multilateralen Zusammenarbeit.

Wichtiger Handelspartner weiterhin China

Auch gegenüber China scheint die Unsicherheit zu wachsen. Zwei Drittel der befragten Unternehmen fordern eine selbstbewusstere Haltung der EU gegenüber dem stark subventionierenden Handelspartner. Dennoch bleibt China für 75 Prozent der befragten Unternehmen unverzichtbar. Die Mehrheit hofft, dass andere asiatische Märkte in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Eine baldige Abkehr von China als Handelspartner halten die meisten der Befragten dennoch für keine realistische Option.

Belastete Lieferketten

Seit zwei Jahren ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft und stößt bei den befragten Unternehmen eher auf Unmut. 62 Prozent der Befragten sehen darin vor allem Nachteile. In erster Linie liegt das am bürokratischen Aufwand (71 Prozent). Aber auch Wettbewerbsnachteile (10 Prozent) und Compliance-Risiken (7 Prozent) spielen für die Befragten eine Rolle.

Um mehr Transparenz und Sicherheit in den Lieferketten zu schaffen, setzen Unternehmen laut Umfrage vermehrt auf digitale Lösungen. 18 Prozent haben bereits ein digitales Upgrade ihrer Lieferkettenüberwachung durchgeführt, 12 Prozent sind derzeit in der Umsetzung und 28 Prozent haben es sich perspektivisch vorgenommen. Nur 21 Prozent kommen ohne digitale Werkzeuge aus.

Klarheit und Verlässlichkeit gefordert

Deutsche Unternehmen scheinen sich einerseits klare und verlässliche Rahmenbedingungen zu wünschen, andererseits unzufrieden damit zu sein, welche bürokratischen Anforderungen an sie gestellt werden.
Mit dem LkSG können sich auch zwei Jahre nach Inkrafttreten viele Unternehmen nicht so recht anfreunden und sehen darin eher einen Wettbewerbsnachteil.

Mit der Wahl Donald Trumps zum 47. Präsidenten der USA ist nun eine weitere Unsicherheit auf den Plan getreten. Welche Auswirkungen das haben wird, muss die Zukunft zeigen.
Der deutsche Lieferkettentag 2024 bietet nun eine gute Gelegenheit zur Bestandsaufnahme.

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