Cybersecurity-Front Unternehmen kämpfen mit der neuen NIS-2-Richtline

Quelle: Blackberry 4 min Lesedauer

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Ab dem 17. Oktober gilt für Unternehmen in der EU die neue Netz- und Informationssicherheits-Richtlinie 2 (NIS 2), die an sie höhere Cybersicherheitsanforderungen stellt. Doch damit tun sich viele recht schwer, sagt Blackberry.

Die NIS-2-Richtlinie erweitert die Cybersicherheitsanforderungen und die Sanktionen rund um das Sicherheitslevel in den EU-Mitgliedstaaten. Sie soll das Ganze harmonisieren und verbessern. Doch ob das bis Mitte Oktober alle hinkriegen, ist fraglich, sagt Blackberry.(Bild:  Krea-Crack)
Die NIS-2-Richtlinie erweitert die Cybersicherheitsanforderungen und die Sanktionen rund um das Sicherheitslevel in den EU-Mitgliedstaaten. Sie soll das Ganze harmonisieren und verbessern. Doch ob das bis Mitte Oktober alle hinkriegen, ist fraglich, sagt Blackberry.
(Bild: Krea-Crack)

In Deutschland sind viele Unternehmen noch nicht komplett auf die Einhaltung der Vorgaben vorbereitet, die aus der zweiten Richtlinie zur Network and Information Security (NIS 2) folgen. Für die Verantwortlichen scheint das momentan auch keine Priorität zu besitzen, wie Blackberry feststellt. Das geht zumindest aus einer aktuellen Studie hervor, die auf einer Umfrage von Coleman Parkes Research unter hundert deutschen IT- und Cybersecurity-Entscheidern basiert. Vor allem verursacht die fehlende Übersicht über die Software-Lieferkette ein großes Problem, wie sich offenbart. Die betrifft in Deutschland laut Schätzungen zwischen 25.000 und 40.000 Unternehmen. Sie fordert zum Risikomanagement einige neue beziehungsweise verschärfte Maßnahmen. Diese umfassen unter anderem Konzepte für die Risikoanalyse und für die Sicherheit in der Informationstechnik. Auch gehören die Bewältigung von Sicherheitsvorfällen und die Aufrechterhaltung des Betriebs dazu.

Je nach Größe der Unternehmen sehen die Bestimmungen auch noch anders aus, was erschwerend hinzukommt. So müssten nicht alle das Maximum an Sicherheit gewährleisten. Von den für die Studie von Blackberry befragten deutschen Unternehmen unterliegen 64 Prozent der NIS-2-Richtlinie. Insgesamt gehen 54 Prozent mit hoher (oder sehr hoher) Zuversicht davon aus, die Vorgaben zum Stichtag einhalten zu können. Dagegen sind 33 Prozent nur bescheiden zuversichtlich. Rund 13 Prozent glauben, es nicht zu schaffen.

Mangelnde Transparenz gefährdet die Compliance

Eine große Rolle spielt dabei die Software-Lieferkette von Unternehmen. Sie stellt nämlich nicht nur ein weites Einfallstor für Cyberkriminelle dar, sondern erschwert auch die Compliance mit der NIS-2-Richtlinie. Das hänge mit der strengen Meldepflicht von Sicherheitsvorfällen zusammen. Nach der Entdeckung eines erheblichen sowie erfolgreichen Cyberangriffs müssen Unternehmen innerhalb von 24 Stunden das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davon in Kenntnis setzen.

Von Vorfällen in der eigenen Software Supply Chain erfahren sie selbst jedoch oft spät, so die Erfahrungen von Blackberry. Nur 32 Prozent verlangen, in den ersten vier Stunden von den betroffenen Partnern und Software-Lieferanten zu hören. Die anderen 68 Prozent erwarten eine Benachrichtigung innerhalb eines Tages oder sogar erst später. Bei dieser Ausgangslage geraten Unternehmen aber jetzt in Gefahr, gegen die Compliance-Anforderungen zu verstoßen, was Konsequenzen nach sich zieht. Vielerorts erscheint die Software-Lieferkette auch wie ein blinder Fleck in der Sicherheitsstrategie. Es besteht folglich ein Mangel an Transparenz. Wer zur Software Supply Chain gehöre, bleibe häufig unklar. So wurden 79 Prozent der Unternehmen im letzten Jahr auf ein Mitglied aufmerksam gemacht, das zuvor unbekannt war beziehungsweise dessen Sicherheitsmaßnahmen sie bis dahin nicht überwachten.

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