Überholt! USA verdrängen China als wichtigsten deutschen Handelspartner

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Donald Trump hat Europa zolltechnisch den Kampf angesagt. Nun kristallisiert sich auch noch heraus, dass Deutschland mehr Handel mit den USA treibt als mit China.

Trump wird wieder Präsident und die USA sind erstmals seit neun Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner – nicht mehr China. Darüber, was das bedeuten kann, machen sich Experten verschiedene Gedanken ...(Bild:  Japayahoo)
Trump wird wieder Präsident und die USA sind erstmals seit neun Jahren Deutschlands wichtigster Handelspartner – nicht mehr China. Darüber, was das bedeuten kann, machen sich Experten verschiedene Gedanken ...
(Bild: Japayahoo)

Die Vereinigten Staaten haben China im vergangenen Jahr als größten deutschen Handelspartner abgelöst, wie Analysen zeigen. Denn erstmals seit 2016 handelte Deutschland mehr mit den USA als mit dem Reich der Mitte. Das zeigt eine unveröffentlichte Studie der bundeseigenen Agentur für Wirtschaftsförderung „Germany Trade & Invest“ (GTAI), die der dpa vorliegt. Die deutschen Ex- und Importe mit den USA stiegen im Schatten der Amtseinführung von Donald Trump nach vorläufigen Daten im letzten Jahr auf rund 255 Milliarden Euro. Das bedeute einen Vorsprung von acht Milliarden Euro im Vergleich zum nun zweitwichtigsten Handelspartner China. Auf den weiteren Plätzen folgen die Niederlande, Frankreich und Polen. Deutschland laufe deshalb Gefahr, bei den zu erwartenden erneuten Zollstreitigkeiten seiner beiden wichtigsten Wirtschaftspartner zwischen die Fronten zu geraten. Und unklar ist noch, wie stark die USA unter Trump die EU und damit auch Deutschland ins Visier ihrer Handelspolitik nehmen. Zusätzlich droht laut GTAI eine Verschärfung des US-chinesischen Handelskonflikts, der entsprechenden Druck auf Deutschland ausüben wird, sich den USA anzuschließen.

USA-Expertin sieht keinen Grund zur Panik wegen Trump-Plänen

Ökonomen fürchten deshalb Handelskonflikte und Gegenreaktionen betroffener Länder, die schlimmstenfalls Hunderttausende Jobs in Deutschland vernichten würden. Trumps Zollpläne könnten Deutschland ein Prozent der Wirtschaftsleistung kosten, warnt der Bundesbankpräsident Joachim Nagel. Doch Simone Menne, Präsidentin der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland, ist der Meinung, dass es keinen Grund zur Panik gibt. Denn schon in der ersten Amtszeit von Trump gab es viele Ankündigungen, die längst nicht zur Realität wurden. Sie rät deshalb zu Gelassenheit. Und hohe Einfuhrzölle würden der US-Wirtschaft und damit auch Trump selbst schaden. Denn dann würden die Preise in den USA steigen, die Inflation zunehmen und der Dollar stärker bewertet werden, was die US-Exporte verteuere. Und auch die Unternehmen über´m großen Teich mögen schließlich keine Unsicherheit.

Exodus deutscher Unternehmen in die USA bleibt wohl aus

Kurzfristig könnten deutsche Player sogar von hohen US-Zöllen profitieren, meint die USA-Expertin mit Blick auf eine Studie des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IFW). Denn wenn andere Länder wie China noch höhere Zölle zahlen müssten, wären deutsche Unternehmen relativ gesehen im Vorteil. Auch glaubt sie nicht an die Schreckensszenarien, dass deutsche Unternehmen im großen Stil in die USA abwandern, um Zöllen zu entgehen und von niedrigen Steuern unter Trump zu profitieren. Große Investitionen haben schließlich jahrelangen Vorlauf, gibt sie zu bedenken. Und viele deutsche Konzerne seien ohnehin bereits stark in den USA präsent. Es kann höchsten sein, dass sie vor Ort noch mehr investieren. Der Mittelstand habe es dann eher schwerer. Und viele davon sind von Deutschland aus gesehen Weltmarktführer. Sie könnten deshalb nicht einfach von heute auf morgen ein Werk woanders aufbauen.

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