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Durchgängige Lagerprozesse
Die Waren, die für das APL vorgesehen sind, kommen direkt aus der Produktion. Nachdem die Farben in Eimer abgefüllt worden sind, werden diese automatisch auf den Euro-Paletten gestapelt. Ein Lagermitarbeiter setzt diese Paletten dann mit dem Stapler auf einen Kettenförderer, der sie zu einer Folienschrumpfanlage transportiert, um die Ladung zu sichern.
„Eine besondere Herausforderung war hier, dass die Palettenfüße frei bleiben“, erklärt Viastore-Projektleiter Ludger Schmitz. „Denn erstens befindet sich der Barcode auf dem mittleren Palettenfuß – der muss automatisch gelesen werden können. Zweitens muss die Gabel des automatischen Regalbediengeräts die Palette problemlos greifen können – was nicht geht, wenn der Freiraum mit Folie ausgefüllt ist.“
Diese Herausforderung haben die Fachleute gelöst, indem die Palette beim Schrumpfvorgang etwas angehoben wird und die Folie damit nur an den Ecken anliegt. Von dieser Anlage gelangt die Palette dann auf einen Querverfahrwagen, der sie schließlich zum Übergabeplatz bringt, an dem sie das Regalbediengerät übernimmt und im automatischen Palettenlager einlagert. Die Auslagerung erfolgt nach dem gleichen Prinzip – nur auf der gegenüberliegenden Seite des APL. „Damit haben wir die Ein- und Auslagerung komplett voneinander entkoppelt und können den neu gewonnenen Raum optimal nutzen“, betont Wolfgang Listle.
Produktionsprozesse und Lagerbereiche komplett in SAP integriert
Bereits seit 1995 nutzt Keimfarben SAP. „Sämtliche Geschäftsprozesse sind in SAP integriert“, sagt Listle. Nicht zuletzt dadurch erreicht das Unternehmen seine hohe Produktqualität und Lieferbereitschaft. Denn SAP sorgt hier für ein hohes Maß an Transparenz. „Deshalb war es für uns wichtig, auch das APL in SAP abzubilden.“
Peter Auderer, SAP-Projektleiter bei Viastore, ergänzt: „Die Produktionsprozesse von Keimfarben sind komplett in SAP integriert, ebenso die bestehenden Lagerbereiche. Aus diesem Grund war es der richtige Weg, auch die Automatikanlage ins SAP LES zu integrieren.“ Dafür entwickelten die SAP-Spezialisten eigens einige Features, um SAP auch für Automatikanlagen effizient nutzen zu können.
Weil Keimfarben beispielsweise mit der Euro- und der CP-1-Palette zwei Ladehilfsmittel mit unterschiedlich großen Grundflächen verwendet passen auf ein Regalfeld entweder drei Euro oder zwei CP-1-Paletten. „Diese Zwei-/Dreifach-Lagerung muss in SAP abgebildet werden, damit es zu keinen Konflikten bei der automatischen Einlagerung kommt“, erklärt Auderer. „Nicht dass der Lagerplatz in SAP noch als verfügbar gemeldet ist, das RBG aber nicht einlagern kann, weil hier schon eine CP-1-Palette steht.“ Die Kommunikation mit der Gerätesteuerung auf Fahrbefehlsebene übernimmt ein von Viastore entwickelter Lagersteuerrechner.
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