... für mehr Flexibilität in den Supply Chains. Die weltweiten Lieferketten sind nach wie vor schwer erschüttert. Inzwischen ist klar, wie fragil das globale Zusammenspiel der Wirtschaft tatsächlich ist. Um für zukünftige Störungen weniger anfällig zu sein, braucht es mehr Flexibilität in der Logistik auf allen Seiten.
Schon in ein paar Jahren wird sich zeigen, dass für die Logistik Daten das Schmieröl der Lieferketten sein werden.
(Bild: Mika Baumeister, Unsplash)
Wer hätte gedacht, dass wir uns einmal daran gewöhnen, dass lange Schlangen von Überseefrachtern vor den internationalen Häfen stehen? Wir kennen die Bilder aus Los Angeles, Shanghai und sogar aus Hamburg. Zu Anfang der Pandemie dachten sich wohl viele, dass der Zustand schnell vorbei wäre. Aber der erneute Lockdown in China und Russlands Krieg in der Ukraine beweisen einmal mehr: So schnell werden sich die internationalen Lieferketten nicht erholen.
Das Ende von just in time? Wohl kaum!
Ist dies also das Ende der Globalisierung? Hören wir gerade den Abgesang auf die Just-in-time-Produktion? Wohl kaum. Die Wirtschaft hat bislang immer einen Weg gefunden, möglichst effizient zu produzieren. Und auch, wenn manche Dinge vielleicht nicht mehr so vorhersehbar sind, bedeutet dies nur, dass sich Logistiker, Supply-Chain-Verantwortliche und Händler anpassen müssen. Große Hoffnungen liegen dabei auf der Digitalisierung. Denn nur, weil ein paar Dinge aus den Fugen geraten, heißt das nicht, dass sich auf der Grundlage von Daten keine guten Entscheidungen treffen lassen.
Eine Lösung liegt also darin, heute schon zur Verfügung stehende Daten zielführender einzusetzen. Auf dieser Grundlage können komplexe Modelle berechnet werden, die Auskunft darüber geben, welche Auswirkungen betriebliche Entscheidungen auf das gesamte Unternehmensgefüge inklusive der Lieferkette haben können. Wer also beispielsweise vor der Herausforderung einer Rohstoffknappheit steht, kann durch Echtzeit-Datenanalysen feststellen, welche Auswirkung dies auf die gesamte Lieferkette bis zum Endkunden hat. So sollten Führungskräfte verschiedene Szenarien durchspielen, um eine fundierte Entscheidung im Angesicht einer unübersichtlichen Lage zu treffen. Dies hilft Führungskräften, im Supply-Chain-Management strategisch zu handeln – auch bei der Beantwortung von Fragen, die angesichts anhaltender Verzögerungen, Rückstände oder Engpässe kurzfristig aufkommen:
Kann ich es mir leisten, auf den Luft- oder Zugweg auszuweichen?
Kann ich das Risiko mit anderen Unternehmen teilen, um Vorzugspreise zu erhalten?
Wie schnell kann ich wechseln – vielleicht kaufe ich meinen eigenen Container, schicke meine Fracht zu einem anderen Hafen oder beziehe von einem Lieferanten an einem weniger überlasteten Standort?
Wie schnell kann ich Auftragsänderungen an Lieferanten und Partner weitergeben, sodass diese in Echtzeit Einblick in die Aufträge haben und bessere Versandentscheidungen treffen können?
Die größte Herausforderung ist die Verfügbarkeit von Daten
Die größte Herausforderung für viele Unternehmen ist jedoch die Verfügbarkeit von Daten. Oft entstehen die Planungen der Abteilungen in voneinander getrennten Excel-Tabellen. Das Controlling pflegt seine Tabellen für die Übersicht aller Finanzen; die Logistik hat ihre eigenen Datensätze für Produktionspläne, Produktlisten, Lieferkosten; der Vertrieb erfasst seine Absatzzahlen und Sales-Forecasts. Jedes Silo sitzt auf seinem persönlichen Datenschatz. Dies ist ein Punkt, an dem Unternehmen ansetzen sollten, um flexibler reagieren zu können. Wer seine verfügbaren Datenquellen miteinander verknüpft, profitiert davon, die Auswirkungen von Änderungen an einem Ende der Wertschöpfungskette auf das andere Ende kalkulieren zu können.
Mit Anaplan, der digitalen Plattform für vernetzte Unternehmensplanung, hat man seine Performance immer im Blick und kann vorausschauend prognostizieren für schnelle, sichere Entscheidungen.
(Bild: Anaplan)
Das Analyseunternehmen Gartner spricht hier von „xP&A“ (Extended Planning and Analysis) und erklärt damit die Verbindung und Verzahnung von Finanzplanung und operativer Planung. Genauer bedeutet dies, dass Unternehmen traditionelle Silos auflösen und die Daten aus verschiedenen Bereichen in Echtzeit in der Cloud zusammenbringen. Ein Single-Point-of-Truth (frei übersetzt: „einzig wahrer Datenpunkt“) hat das Potenzial, den gesamten Wertschöpfungsprozess zu optimieren. Anstatt im Falle einer Veränderung Daten aus allen Richtungen zusammenzubringen, sind sie bereits an einem Ort. Das schafft eine enorme Flexibilität und Transparenz für alle Entscheidungsträger entlang der Supply Chain.
Nehmen wir als Beispiel, dass bei einem Automobilzulieferer ein Bauteil in einem Antriebsstrang optimiert wird. Sind alle Daten verfügbar, kann sich innerhalb eines Meetings ein Überblick verschafft werden, ob das Bauteil weiterhin per Schiff geliefert oder von nun an auf die Schiene verlagert werden sollte. Vielleicht ist es auch günstiger, das neue Teil selbst zu produzieren, da der bisherige Zulieferer die neue Variante nicht in ausreichender Stückzahl oder notwendiger Qualität herstellen kann. Da diese Daten auch mit der Finanz- und Personalabteilung verbunden sind, können die Szenarien in Echtzeit miteinander verglichen werden, Kosten abgeschätzt und realistische Entscheidungen getroffen werden. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass sämtliche Daten in einer leistungsstarken Cloud-Lösung vorliegen.
Stand: 08.12.2025
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Drei Voraussetzungen für eine flexible Planung
Was können Unternehmen also konkret tun, um ihre Lieferketten zu flexibilisieren?
1. Daten vereinheitlichen und verbinden: Die besten Daten nützen nichts, wenn sie nicht auch mit Mehrwert genutzt werden. Datengetriebene Unternehmen haben nachweislich eine bessere Performance. Es liegt an allen Führungskräften und Mitarbeitenden, dazu beizutragen, dass Daten als gemeinsames Gut gesehen werden. Niemand sollte heute noch versuchen, Herrschaftswissen zu sammeln, sondern den effektivsten Weg finden, Wissen schnell zu teilen.
2. Planungen verkürzen: In der heutigen Situation müssen Planungszyklen kürzer ausfallen. Niemand kann sagen, ob Lieferketten oder diverse Umweltfaktoren für 12 oder sogar 24 Monate Bestand haben. Das Ziel sollte sein, mindestens quartalsweise, wenn nicht sogar monatlich die Planung anzupassen. Die Korrektur der strategischen Vorhaben ist dabei kein Selbstzweck. Sie hilft dabei, bestehende Abläufe zu hinterfragen und möglichst viele Faktoren einzubeziehen – auch solche Faktoren, die außerhalb des Unternehmens liegen.
3. Durch Szenarien-Berechnungen flexibel bleiben: Die beste Planung ist nur so gut, wie die Datenlage, auf der sie getroffen wird. Unternehmen sollten alle Möglichkeiten im Blick behalten, die ihr Geschäft beeinflussen. Eine Wenn-Dann-Analyse ist der einfachste Weg, eine Prognose zu erhalten, auf der sich eine gute Entscheidung treffen lässt.
Fazit:
In ein paar Jahren schauen wir wahrscheinlich zurück und werden nicht mehr nachvollziehen können, wie die Logistik vor den weitläufigen Disruptionen funktioniert hat. Wir erinnern uns, dass zwischenzeitlich ein einziges querstehendes Schiff im Suezkanal dazu geführt hat, dass Fabriken stillstanden und fragen uns, wie eine Lieferkette so fragil aufgebaut sein konnte. Unternehmen, die schon heute ihre Lieferketten digitalisieren und sich in allen Bereichen flexibler aufstellen, sind morgen die Vorreiter der Branche. Sie werden die Art und Weise prägen, wie wir zukünftig Geschäfte machen. Ein datengetriebenes Unternehmen zu sein ist kein Selbstzweck: Es wird sich zeigen, dass für die Logistik – wie für viele andere Bereiche – Daten das Schmieröl sein werden, die die Lieferketten am Laufen halten.
* Björn M. Stauss ist Area Vice President CEE bei Anaplan in 60549 Frankfurt, Tel. +44 1628 8700000, bjoern.stauss@anaplan.com