Zig Milliarden für zehntausend Wasserstoffnetz-Aufbau in Deutschland kostet 20 Milliarden Euro

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Der geplante Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes in Deutschland bis zum Jahr 2032 kommt einen weiteren Schritt voran, wie die dpa meldet ...

In Sachen Wasserstoff-Kernnetz-Aufbau ist man laut Regierung ein gutes Stück weiter. Demnach sollen knapp 10.000 Kilometer Leitung verlegt werden. Kosten wird es rund 20 Milliarden Euro. Angeschlossen würden alle Bundesländer. Aber es gebe auch noch Probleme ...(Bild:  AA+W - stock.adobe.com)
In Sachen Wasserstoff-Kernnetz-Aufbau ist man laut Regierung ein gutes Stück weiter. Demnach sollen knapp 10.000 Kilometer Leitung verlegt werden. Kosten wird es rund 20 Milliarden Euro. Angeschlossen würden alle Bundesländer. Aber es gebe auch noch Probleme ...
(Bild: AA+W - stock.adobe.com)

Mit Blick auf den Aufbau eines Kernnetzes für die deutsche Wasserstoffversorgung haben die Fernleitungsnetzbetreiber der Bundesregierung nun einige Pläne vorgelegt. Ein Antrag dazu beinhaltet Leitungen mit einer Gesamtlänge von 9.666 Kilometern, wie das Bundeswirtschafts- und Klimaschutzministerium mitteilte. Die Bundesnetzagentur muss die Pläne nun genehmigen. Kosten soll das Ganze etwa 20 Milliarden Euro. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) nannte den Antrag einen entscheidenden Schritt zum Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur. Er enthalte schließlich die Autobahnen der Wasserstoffnetze. Das schaffe Planungssicherheit für Wasserstofferzeuger, Betreiber von Kraftwerken und Speichern und natürlich für die Abnehmer von Wasserstoff.

Alle Bundesländer werden vom Wasserstoffnetz profitieren

Verbrauchs- und Erzeugungsschwerpunkte von Wasserstoff sowie Speicher und Importpunkte sollen bis 2032 schrittweise miteinander verbunden werden, heißt es weiter. Die Investitionskosten belaufen sich nach Angaben der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) auf rund 19,7 Milliarden Euro. Rund 60 Prozent der Leitungen sind demnach solche, in denen derzeit noch Erdgas strömt. Mit dem Kernnetz schafft man eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Wasserstoff-Hochlauf in Deutschland – und damit für die Dekarbonisierung von Industrie und Energieversorgung, kommentierte Thomas Gößmann, Vorstandschef von FNB Gas. Der Einsatz von Wasserstoff spiele nicht zuletzt eine Schlüsselrolle in puncto klimafreundlichem Umbau der Wirtschaft – zum Beispiel in der Stahlindustrie. Erste Wasserstoffleitungen sollen schon im nächsten Jahr in Betrieb gehen. Außer der Anbindung zentraler Industriestandorte sind beim Kernnetz laut Ministerium die regionale Ausgewogenheit und die Einbettung in die europäische Wasserstoffinfrastruktur wichtige Ziele. Laut Antrag werden alle Bundesländer angebunden.

Beim Wasserstoffnetz-Ausbau darf nicht geschludert werden!

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende und Energiepolitiker Andreas Jung forderte Habeck daraufhin zu einer gerechten Wasserstoffversorgung ohne Schieflage zwischen Nord-Süd und West-Ost auf: „Vorläufig werden wichtige Industrieregionen aber nicht einmal mit Feldwegen erreicht. Das darf Habeck jetzt nicht einfach weiter laufen lassen.“ Es gebe auch große weiße Flecken – etwa in Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern. Starken Wirtschaftsregionen werde damit der Boden unter den Füßen weggezogen. Über Grenzübergangspunkte soll frühzeitig Wasserstoff per Pipeline importiert werden. Deutschland werde künftig einen Großteil seines Wasserstoffbedarfs über Importe per Pipeline oder Schiff decken. Das Kabinett hat dazu am 24. Juli eine Importstrategie beschlossen. Das Kernnetz soll zunächst die Basis für den Aufbau der Wasserstoff-Transportinfrastruktur sein. Später will man es aber in die Fläche weiterentwickeln. Im Jahr 2026 soll dann erstmals ein Netzentwicklungsplan für Gas und Wasserstoff von der Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Bezahlen sollen das Ganze die Kunden über Entgelte

Wie bei Erdgas und Strom sollen die Leitungen des Kernnetzes grundsätzlich vollständig privatwirtschaftlich durch Entgelte der Nutzer bezahlt werden. Die Zwischenfinanzierung in der Anfangszeit soll laut Ministerium über ein sogenanntes Amortisationskonto erfolgen. Das bedeutet, Kosten sollen zeitlich gestreckt werden. Vorgesehen sei eine finanzielle Absicherung durch den Staat gegen „unvorhersehbare Entwicklungen“. Ein Teil der Leitungen soll durch Bund und Länder besonders gefördert werden.

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