Logistics Hall of Fame Wer sagt, dass Kleinteillager nicht sexy sind?

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Die Logistics Hall of Fame (LHOF), die virtuelle Ruhmeshalle der Logistik, will als weltweite Plattform die Meilensteine der Logistik dokumentieren und ihre Macher auszeichnen. Jetzt wurden im Tipi am Berliner Kanzleramt neue Persönlichkeiten aufgenommen.

Die Norweger Jakob Hatteland (l.) und Ingvar Hognaland nahmen die Mitgliederurkunde der Logistics Hall of Fame in Berlin in Empfang.(Bild:  LHOF)
Die Norweger Jakob Hatteland (l.) und Ingvar Hognaland nahmen die Mitgliederurkunde der Logistics Hall of Fame in Berlin in Empfang.
(Bild: LHOF)

Auf Europas größter stationärer Zeltbühne wurden letzte Woche die Cube-Storage-Pioniere Jakob Hatteland und Ingvar Hognaland in die Ruhmeshalle der Logistik aufgenommen. Mehr als 200 internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und Politik würdigten die Verdienste der Norweger, die 1996 das Unternehmen Autostore gegründet hatten. Die beiden Skandinavier können der Jury zufolge für sich in Anspruch nehmen, mit dem Autostore-System die Lagerhaltung neu erfunden und kommerzialisiert zu haben. Das zugrunde liegende Prinzip der Cube-Storage-Automation gehöre zu den wichtigsten Erfindungen der modernen Logistik.

Autostore ist heute in fast allen Branchen zum Synonym für ein platzsparendes, leicht skalierbares Kleinteilelager geworden.

Oliver Luksic, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik

Der technische Direktor der Jakob Hatteland Electronics AS, Ingvar Hognaland, hatte in den 1990er-Jahren den Einfall zur platzsparenden Cube-Storage-Automation. Das automatisierte Lagersystem nach dem Würfelprinzip, das später unter dem Produktnamen Autostore weltweit bekannt wurde, ermöglichte bei der Markteinführung 2004 eine bisher unerreichte Effizienz in der Lagerlogistik: Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen können 75 Prozent des Volumens eingespart werden.

Axel Frey (Mitte links) und Harry Seifert (Mitte rechts) wurden auf der Bühne des Berliner Tipi mit dem Award Logistics Leader of the Year ausgezeichnet.(Bild:  LHOF)
Axel Frey (Mitte links) und Harry Seifert (Mitte rechts) wurden auf der Bühne des Berliner Tipi mit dem Award Logistics Leader of the Year ausgezeichnet.
(Bild: LHOF)

Applaus gab es in Berlin nicht nur für die beiden Skandinavier, auch zwei Schwaben haben es auf die Bühne des Tipi geschafft: Axel Frey und Harry Seifert von der Seifert Logistics Group in Ulm wurden als Logistics Leader of the Year 2023 geehrt. Als Vertreter des Award-Stifters sagte Frank Müller, Senior Vice President Sales & Service Business Development beim Hamburger Premium-Staplerhersteller Still: „Axel Frey und Harry Seifert haben unter dem Motto ‚Vollgas Richtung Zukunft‘ eine bemerkenswerte strategische Transformation des mittelständischen Logistikdienstleisters vorangebracht, die in unzähligen großen und kleinen Details sichtbar wird, aber mehr noch zum Leuchtturm für die mittelständische Logistik geworden ist. Es ist eine Transformation, die Mitarbeitende, Digitalisierung und nachhaltiges Wachstum in den Mittelpunkt stellt.“

Auch an Humanitäres wird gedacht

Aller guten Dinge sind drei: Erstmals wurde im Rahmen des Gala-Empfangs auch die Lynn C. Fritz Medal for Excellence in Humanitarian Logistics vergeben: Die vom kalifornischen Fritz Institute gestiftete Medaille durfte die US-amerikanische Hilfsorganisation International Medical Corps mit nach Los Angeles nehmen. Mit ihrer selbst entwickelten Software „Pharmaceutical Information Management System“ (PIMS) schaffte die Organisation eine Revolution bei der Steuerung der letzten Meile in der pharmazeutischen Lieferkette.

„Von dem IT-Einsatz, der in Katastrophengebieten große Zeitersparnisse und tiefe Transparenz in die Supply Chain bringt, profitieren alle: humanitäre Organisationen, Apotheken, Regierungen und vor allem die Patienten“, betonte Lynn C. Fritz, CEO des Fritz Institute, in seiner Laudatio. Das System ist an 165 Standorten in 16 Ländern erfolgreich im Einsatz. Seit Oktober 2019 wurden rund 1,7 Millionen Rezepte in der Software verarbeitet und rund drei Millionen Artikel an Bedürftige ausgegeben, wie es heißt. Wer mehr über die virtuelle Ruhmeshalle der Logistik erfahren möchte, der ist hier genau richtig(bm)

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