Forschung Wie KMU ihre Logistikkosten senken und ihren Lagerservice verbessern können

Redakteur: Volker Unruh

Am IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH ist das Projekt „fehlmengenbasiertes Entscheidungsmodell der Logistik” angelaufen. Das Forschung- und Beratungsinstitut unterstützt damit Unternehmen bei der Senkung von Fehlmengenkosten.

Anbieter zum Thema

Wenn es in Unternehmen Versorgungsengpässe gibt, dann verzögert sich dadurch meist die Produktion. Im schlimmsten Fall wird sie sogar komplett lahm gelegt. Die Gründe für die Engpässe liegen häufig darin, dass der Nachschub an Material nicht oder nicht in ausreichender Menge gewährleistet ist.

Für die Unterbrechungen sind in 91% der Fälle Materialmängel verantwortlich, etwas mehr als die Hälfte der Mängel wiederum sind auf fehlende Teile zurückzuführen. Das nicht vorhandene Material verursacht in den Unternehmensbereichen Logistik, Produktion und Vertrieb erhebliche Fehlmengenkosten.

Niedrige Logistikkosten erhöhen Wettbewerbsfähigkeit von KMU

Wie diese Kosten vermieden werden können, erforscht das IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH in den kommenden 22 Monaten. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aus der deutschen Hydraulikbranche ist das erklärte Ziel des Forschungsprojektes. Begleitet wird das Projekt daher von einem Ausschuss aus Unternehmen der Hydrauklikbranche.

Allerdings sind die Ergebnisse des Projektes auch für weitere Teile des produzierenden Sektors relevant, zum Beispiel für die Branchen Maschinenbau, Büromaschinen, Datenverarbeitungsgeräte, Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik sowie Fahrzeugbau, aber auch das Dienstleistungsgewerbe. Diese Wirtschaftszweige beschäftigen bundesweit rund 9% der Erwerbstätigen und erwirtschaften ungefähr ein Viertel des Bruttoinlandproduktes. Das Einsparungspotenzial ist demnach beträchtlich.

Stellhebel zur Senkung von Logistikkosten können identifiziert werden

Ziel des Projektes am IPH ist die Entwicklung eines für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einfach nutzbaren Entscheidungsmodells zur logistischen Positionierung zwischen hohem Lagerservicegrad und niedrigen Logistikkosten. Im Rahmen des Projektes sollen zunächst die Faktoren identifiziert werden, die die Fehlmengenkosten beeinflussen. Parallel dazu werden die Fehlmengenkosten quantifiziert. Nur so ließen sich die Stellhebel zur Senkung von Logistikkosten identifizieren, erläutert Dipl.-Wirtsch.-Ing. Patrick Prüssing, Koordinator des Projektes, ein Teilziel des Forschungsvorhabens.

Im Weiteren sollen die Ergebnise mit Hilfe eines Handlungsleitfadens in die Praxis umgesetzt werden. Anhand dieser Handlungsempfehlungen sollen KMU in die Lage versetzt werden, Fehlmengenkosten zu reduzieren.

Forschungsprojekt zu Logistikkosten wird mit Bundesmitteln gefördert

Das Projekt „Fehlmengenkostenbasiertes Entscheidungsmodell der Logistik“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ (AiF) e. V. im Auftrag der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. gefördert. Es endet am 30. Juni 2011. Weitere Informationen zu dem Projekt unter www.fehlmengenkosten.iph-hannover.desowie bei Dipl.-Wirtsch.-Ing. Patrick Prüssing unter (0511) 279 76-451 oder per E-Mail an pruessing@iphhannover.de.

(ID:316581)