Industrieller Ersatzteilhandel
Aftermarket-Potenzial zwischen Kundenbindung und Wachstum

Von Bernd Hoffmann * 3 min Lesedauer

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Der Aftermarket steht oft im Schatten des Produktgeschäfts. Dabei bietet er Unternehmen gerade in einem unsicheren Investitionsumfeld stabile Umsätze und strategische Vorteile. Während Neuinvestitionen vielerorts zurückgehen, gewinnt das Servicegeschäft nach dem Verkauf industrieller Anlagen und Maschinen zunehmend an Bedeutung.

Wenn Unternehmen die richtigen Voraussetzungen schaffen, kann sich das Service-Geschäft als echter Umsatzhebel erweisen.(Bild: ©  industrieblick - stock.adobe.com)
Wenn Unternehmen die richtigen Voraussetzungen schaffen, kann sich das Service-Geschäft als echter Umsatzhebel erweisen.
(Bild: © industrieblick - stock.adobe.com)

Wartung, Ersatzteilversorgung und digitale Zusatzangebote sind nicht nur margenstark, sondern auch vergleichsweise krisenfest. Eine McKinsey-Analyse von mehr als 50 Industrieunternehmen über einen Zeitraum von 15 Jahren zeigt, dass Hersteller mit starkem Servicefokus im Schnitt deutlich höhere Gesamtrenditen erzielten als rein produktorientierte Unternehmen.

Dennoch bleibt das Servicegeschäft in vielen Unternehmen ein unterentwickelter Bereich. Die Gründe dafür reichen von fehlender Datentransparenz über isolierte Prozesse bis hin zu einer begrenzten organisatorischen Verankerung. Trotz technologischer Fortschritte gelingt es nur selten, Aftermarket-Modelle ganzheitlich zu etablieren und strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig erhöhen neue Rahmenbedingungen wie Nachhaltigkeitsanforderungen, volatile Lieferketten und der Trend zu nutzungsbasierten Geschäftsmodellen den Druck, Services über die reine Produktqualität hinaus zu denken. Der Aftermarket wird damit zunehmend zu einem Hebel für Differenzierung und Kundenbindung – vorausgesetzt, Unternehmen schaffen die richtigen Voraussetzungen.