Kommissioniersysteme

Automatisiert in die Zukunft

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Das DPS-System bei Condis besteht aus einem eingassigen AKL mit 5100 Behälterstellplätzen. An drei Arbeitsplätzen kommissionieren die Mitarbeiter, geführt durch ein Pick-by-Light-System, die Artikel direkt vom Lagerbehälter in den Kundenauftragsbehälter. „Für uns ist das DPS das ideale System, um kleinvolumige Artikel auf kleinster Fläche teilautomatisiert mit hohem Durchsatz zu kommissionieren“, sagt Escanciano. Handelseinheiten kommissioniert Condis mit Hilfe des patentierten Witron-OPM-/COM-Systems, welches ein vollautomatisches Produkthandling vom Wareneingang bis zum Warenausgang weitestgehend ohne Personaleinsatz ermöglicht. Denn durch die COM-Technologie werden die Auftragspaletten/Auftrags-Rollcontainer sozusagen vollautomatisch produziert. Statt zu greifen, schieben die COMs die Artikel exakt auf die vom System via Schlicht-Algorithmus berechnete Position der Auftrags-Rollcontainer. Der gesamte Vorgang läuft sensorüberwacht, um eine hohe Verfügbarkeit sicherzustellen. Dabei werden die Artikel im gesamten Prozess produktschonend getragen oder geschoben, da herkömmliche Greiftechniken die Bandbreite automatisch kommissionierfähiger Waren enorm einschränken.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 10 Bildern

Vollautomatische Kontrolle

Zu Beginn des OPM-Prozesses bei Condis werden sortenreine Vollpaletten aus einem manuellen Palettenlager mittels einer Konturenkontrollstation vollautomatisch auf Art, Menge, Gewicht und Größe kontrolliert. Ebenso überprüft das OPM-System die Palettenbeschaffenheit und Verpackungsqualität. Anschließend werden die Artikel lagenweise depalettiert, mit Trays unterschiedlicher Größe verheiratet, in vorgelagerten Fine-Tuning-Prozessen mechanisiert sortiert und vor der filialgerechten Kommissionierung wieder vom Tray getrennt. Sind die Paletten beziehungsweise Rollcontainer fertig kommissioniert, schleust das OPM-System diese an die Wickelstationen aus, wo sie mit Folie gesichert werden. Dann werden die Paletten über ein Fördertechniknetzwerk Richtung Warenausgang in einen Pufferbereich befördert, mit weiteren Kundenaufträgen tourengerecht konsolidiert und stehen anschließend für den Versand bereit. Eine Auftragskonsolidierung von bereits im DPS kommissionierten Behältern mit OPM-Artikeln ist mittels der COM problemlos möglich.

Ausbau bereits berücksichtigt

Bei Condis sind derzeit sechs COM-Maschinen im Einsatz, mit denen an einem Spitzentag bis zu 60.000 Handelseinheiten ohne Personaleinsatz vollautomatisch, filialgerecht und fehlerfrei auf Rollcontainer kommissioniert werden können. Vorgeschaltet ist ein zwölfgassiges Tray-AKL mit 129.000 Stellplätzen. Ein zukünftiger Ausbau auf acht COM-Maschinen wurde in der Planung bereits berücksichtigt.

OPM bei jeder Durchsatzgröße flexibel einsetzbar

„Mit dieser hochautomatisierten Logistiklösung schaffen wir bei Lebensmitteleinzelhändlern einen enormen Mehrwert innerhalb der gesamten Prozesskette - beginnend bei Lieferanten, über das Distributionszentrum, dem Transport, bis hin in die Filiale“, beschreibt Fernandez. „Ebenso ist die Lösung für Lebensmitteleinzelhändler aller Größenkategorien wirtschaftlich sehr interessant. Denn es spielt für OPM keine Rolle, ob die Technologie im Trockensortiment, Frischebereich oder im Tiefkühlbereich zum Einsatz kommt, das Artikelspektrum aus nur 300 oder fast 18.000 verschiedenen Artikeln besteht, ob drei COMs oder über 70 COMs an einem Standort kommissionieren, oder ob pro Tag 13.000 oder fast 600.000 Handelseinheiten ausgeliefert werden. Für jede Aufgabenstellung findet Witron eine passende Lösung“. Pro COM-Maschine sind Kommissionier-Spitzenleistungen von circa 500 Handelseinheiten pro Stunde möglich. Gleichzeitig sind mit OPM geschlichtete Auftragspaletten beziehungsweise Auftrags-Rollcontainer bis zu 20 % dichter gepackt, wodurch auch bei den Transportkosten gespart werden kann.

Strategischer Meilenstein

„Dieser Paradigmenwechsel - weg von einer rein manuell betriebenen Logistik hin zu einer automatisierten Lösung - stellt für uns als Multi-Channel-Anbieter einen strategischen Meilenstein dar“, fügt Escanciano an. „Wir profitieren von einer deutlichen Effizienzsteigerung in der Logistik - sowohl im automatisierten Bereich, als auch in den manuellen Bereichen. Positive Auswirkungen sehen wir vor allem hinsichtlich Flexibilität, Schnelligkeit, Verfügbarkeit, Qualitätssteigerung und beim Filialservice“.

Wachsendes Potenzial im E-Commerce- und Multi-Channel-Geschäft

Im spanischen Lebensmitteleinzelhandel sieht sich Condis als Innovationstreiber in verschiedenster Hinsicht. So praktiziert die Supermarktkette bereits seit knapp zehn Jahren ein Modell der Nachtanlieferung in Teilen von Barcelona und befindet sich permanent im Austausch mit regionalen Behörden, um diese Belieferungsstrategie weiter auszubauen und somit Lieferspitzen weiter zu glätten. Denn das Modell kleinerer Läden in Innenstadtlagen ist in Spanien momentan sehr gefragt. Gerade absolute Frischeprodukte wie Obst, Fisch oder Gemüse würden hier stark nachgefragt. „Auch Konzepte zum Home- oder Online-Shopping haben wir bereits seit dem Jahr 2000 in unserem Programm“, gibt Escanciano an. Grundsätzlich sei es bei steigenden Mengen möglich, die E-Commerce-Direktbelieferung aus dem automatisierten Distributionszentrum in Montcada i Reixac heraus zu steuern und diese Prozesse in die Witron-Anlage zu integrieren. Hier sehen beide Partner weiteres zukünftiges Potenzial. „Das Geschäft mit E-Commerce und dem Multi-Channel-Versandhandel nimmt auf dem spanischen Markt immer weiter zu“, sagt Fernandez. „Als Unternehmen, das auf hochdynamische Lager- und Kommissionerlösungen spezialisiert ist, hat Witron auch hier bereits erfolgreich automatisierte Logistiklösungen umgesetzt. Wir arbeiten mit unseren Kunden permanent daran, zukünftige Trends frühzeitig zu erkennen und erfolgreich in die Logistikprozesse zu integrieren.“

(ID:43155261)