Belastet Autozuliefersektor drückt Continental-Erwartungen

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Angesichts hoher Kosten und schwächelndem Automobilmarkt senkt Continental seine Prognosen. Man denkt über Abspaltung nach, so die dpa.

Bei Continental musste erneut eine Korrektur der Ergebniserwartungen nach unten vorgenommen werden. Weiterhin verursacht der Autozuliefersektor bei Conti die meisten Probleme, wie die dpa erfahren hat. Hier geht es mehr ins Detail ...(Bild:  Continental)
Bei Continental musste erneut eine Korrektur der Ergebniserwartungen nach unten vorgenommen werden. Weiterhin verursacht der Autozuliefersektor bei Conti die meisten Probleme, wie die dpa erfahren hat. Hier geht es mehr ins Detail ...
(Bild: Continental)

Continental kämpft schon seit Längerem mit diversen Problemen und mit den Umständen eines Großumbaus. Während die Reifensparte der Hannoveraner stabil und gewinnträchtig sei, ächze die Autozuliefersparte unter hohen Kosten und sinkenden Abrufzahlen. Das Management hat sich deshalb vorgenommen, die Geschäfte rund ums Auto über einen reinen Spin-Off an der Börse bis Ende 2025 abzuspalten. Das Vorhaben wird aktuell bereits geprüft.

Stellenabbau bei Conti soll viele Millionen sparen

In dem nach Umsatz größten Konzernteil hat Continental – kurz Conti – den Rotstift angesetzt, wie es weiter heißt. Das Unternehmen habe den Abbau von 7.150 Stellen in Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung eingeplant und wolle so die jährlichen Kosten bis zum kommenden Jahr um 400 Millionen Euro senken. Für dieses Jahr ziele das Management auf Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro. Das zeigte schon im zweiten Quartal leichte Wirkung und sollte sich in den beiden restlichen Quartalen noch deutlicher bemerkbar machen. Vorstandschef Nikolai Setzer stutzte bereits im August die Umsatzerwartung 2024 für den Konzern auf 40 bis 42,5 Milliarden Euro (Vorjahr 41,4). Bei der operativen Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten blieb man zwar bei der Zielspanne von 6 bis 7 Prozent (Vorjahr 6,1 Prozent), doch im Rahmen der Autozulieferung trübten sich die Aussichten für den operativen Gewinn ein. Dabei peilte der Dax-Konzern zuletzt eine Ziel von 2,5 bis 3,5 Prozent (Vorjahr 1,9) an. Der Grund ist, dass die Autobauer selbst im Sommer und im frühen Herbst auf breiter Front ihre Gewinnerwartungen nach unten korrigieren mussten.

Rund läuft es dagegen im Continental-Reifensektor

In Sachen Reifen sollen es wie zu Jahresbeginn erwartet zwischen 13 bis 14 Prozent operative Marge sein (Vorjahr 13,5 Prozent). Die kleinere Sparte der Kunststofftechnik (Contitech) dürfte allerdings nicht so viel verdienen wie ursprünglich gedacht. Beim Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen bereinigten Finanzmittelzufluss (Free Cashflow) rechnet das Management noch mit 0,6 bis einer Milliarden Euro. Jüngst kam außer den branchenbedingten Sorgen bei Conti auch noch ein ganz konkretes Problem hinzu. Gemeint ist der wichtige Kunde BMW, der Ärger und hohe Kosten am Hals hat, weil ein von Conti geliefertes Bremssystem technische Probleme macht und diese behoben werden müssen. BMW hat im dritten Quartal einen hohen 3-stelligen Millionen-Euro-Betrag an Gewährleistungskosten verbucht und auch deswegen seine Gewinnprognose gekürzt. Conti ging zunächst davon aus, dass nur relativ wenige der ausgelieferten Systeme tatsächlich getauscht werden müssen und stellte einen mittleren 2-stelligen Millionen-Euro-Betrag dafür zurück. Da ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen, heißt es. Immerhin erreichte Conti bei einer anderen Baustelle inzwischen

Klärung. Denn von der ehemaligen Tochter in puncto Antriebe – Vitesco – erhielt das Unternehmen eine Zahlung von 125 Millionen Euro für Altlasten aus dem Dieselskandal um Abgasmanipulationen. Im April hatte Conti ein Bußgeld von 100 Millionen Euro in der Sache akzeptiert.

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