Plattformstrategie/Automobillogistik

Beim neuen Golf setzt VW auf Lego und Logistik

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Anders bei der VW-Marke in Ingolstadt. Bei Audi arbeiten die Werker bereits mit dem MQB. „Das wesentliche Merkmal ist sicherlich die Variabilität für unsere Entwicklungsingenieure. Der modulare Querbaukasten basiert wie bereits unser modularer Längsbaukasten, der MLB, auf einer flexiblen Fahrzeugarchitektur, die es uns ermöglicht, Modelle unterschiedlicher Segmente und Marken abzuleiten. Wir können uns Baugruppen, Komponenten und Materialien so zusammenzustellen, wie wir sie für unsere Anforderungen benötigen. Beim MQB beispielsweise setzen wir Motor, Getriebe sowie Antriebs- und Fahrwerkskomponenten vom A0- bis B-Segment übergreifend ein. Daraus ergibt sich lediglich ein einheitliches Maß von der Vorderachse bis zur Pedalerie. Variabel sind hingegen fast alle anderen Abmessungen wie Länge, Breite und Höhe, aber auch der Radstand, die Spur und die Rädergröße“, erklärte Heinz Peter Hollerweger, Leiter Entwicklung Gesamtfahrzeuge der Audi AG gegenüber dem Fachmagazin „Automobilindustrie“.

Bei Audi der Wertschöpfung im Supermarkt einen Schritt nähergekommen

Doch bei der Frage, wie sich die Logistik durch den MQB verändert, mauern auch die Bayern ein Stück weit. Die Antworten bleiben allgemein. „Wir haben in unserem Audi-Produktionssystem das sogenannte NKL (neues Logistikkonzept) fest verankert. Das NKL definiert standardisierte Anlieferkonzepte sowohl für externe als auch interne Prozesse. Die Baukastendynamik unterstützt dabei die Standardisierung“, macht eine Audi-Sprecherin deutlich. Sie bestätigt die Vermutungen der Autoexperten von schnelleren Entwicklungszeiten: „Das Baukastensystem unterstützt die Logistikprozesse. Es bietet uns die Möglichkeit, schnell werk- aber auch markenübergreifend Innovationen auszutauschen.“

Doch wie weit sind die Autobauer mit dem MQB und der Logistik? Bei Audi ist man zufrieden mit dem bisher erreichten: „Die Anlieferprozesse im Audi-Produktionssystem und damit im neuen Logistikkonzept sind bereits standardisiert. Dadurch sind wir unserem Ziel der staplerfreien Montage, der konsequenten Umsetzung des Werkerdreiecks und der logistischen Wertschöpfung im Supermarkt einen Schritt nähergekommen“, unterstreicht die Sprecherin.

MQB wirkt sich positiv auf die Automobil-Logistik aus

Unterstützung dafür bekommen die VW-Manager von Andreas Baader, Automobilexperte bei der Logistikberatung Barkawi. Er macht weitere Vorteile des Produktionskonzepts aus: „Der MQB wirkt sich sehr positiv auf die Logistik aus. Die Reduktion der Komponenten und Materialvielfalt wird unterstützt. Die Lieferantenlose steigen und die Komplexität und Kosten der Materialzuführung nehmen ab. Vor allem sogenannte Inbound-Hubs oder Lieferantenbahnhof-Konzepte werden unterstützt. Von einigen zentralen Knoten können viele Endmontagewerke versorgt werden. Daneben gibt es die positiven Effekte in der Logistik entlang des gesamtes Lebenszyklus des Fahrzeugs im Ersatzteilwesen und sogar in der Wiederverwertung.“

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