Zulaufsteuerung

Chemie-Logistik nimmt sich die Automobilindustrie zum Vorbild

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Die individuellen Kundenbeziehungen mit den Industriepark-Unternehmen machen ein strikt modulares System notwendig. Jeder Infraserv-Logistics-Kunde erhält ein eigenes Dienstleistungspaket, das im neuen System mit zuschaltbaren Modulen abbildbar sein muss. Eng damit zusammen hängt, dass sich Prozesse auch häufiger ändern können – sei es, weil sich die Bedürfnisse eines Kunden ändern oder weil neue Kunden hinzukommen. Deshalb sollten Prozessmodellierungen ohne Programmänderungen durch Nicht-IT-Mitarbeiter während der Laufzeit durchführbar sein.

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Da die Komplexität der Prozesse eine manuelle Disposition zunehmend schwieriger gestaltete, sollte das System mit intelligenten Entscheidungsverfahren ausgestattet sein. Diese sollen dafür sorgen, dass sich die Ankünfte und Abfertigungen der Lkw einerseits gleichmäßig über den Tag verteilen, andererseits den logistischen Bedürfnissen der Kunden entsprechen. Basis dafür ist die Anmeldung der Lkw über eine Zeitfensterplattform. Da am „Tag X“ die Lkw aus den verschiedensten Gründen dann doch nicht wie angemeldet ankommen, müssen die Algorithmen gewährleisten, dass die Ressourcen gemäß den realen Gegebenheiten und Notwendigkeiten in Echtzeit neu verteilt werden.

Darüber hinaus war Holzbach wichtig, dass das neue System nicht nur den Status quo abbilden und optimieren kann. Es soll auch die Weiterentwicklung der logistischen Prozesse im Industriepark ermöglichen – durch eine höhere Transparenz, durch neue Einsichten in die Prozesse sowie durch die Lieferung von validen Kennzahlen und Auswertungen.

Logistik-Vorbild Automobilindustrie: die meisten setzen auf Syncrosupply

Um ein geeignetes System zu finden, schaute sich der IT-Manager nicht nur bei Chemieunternehmen um, sondern analysierte gezielt die Zulaufsteuerungen bei Automobilunternehmen. „Sie haben in der Industrie die am höchsten entwickelte Logistik“, erläutert er, warum sein Team gerade diese Branche unter die Lupe nahm.

Automobilhersteller wie VW, Mercedes oder BMW setzen das System Syncrosupply der Aachener Inform für ihre Lkw-Zulaufsteuerung ein. Auch einige Unternehmen der Chemie- und Prozessindustrie haben die Software im Einsatz. Gründe genug für Infraserv Logistics, um das System hinsichtlich der beschriebenen Kriterien zu evaluieren.

Letztendlich gewann Syncrosupply die Evaluierung. „Die Software hatte das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und passte vor allem am besten zu unseren logistischen Strukturen und Anforderungen“, begründet Holzbach die Entscheidung.

Die Lkw-Ablaufplanung leistet schon in der ersten Ausbaustufe mehr

Inzwischen ist die neue Lkw-Zulaufsteuerung als Basis für die Lkw-Ablaufplanung (LAP) in der ersten Ausbaustufe implementiert. So erleichtern zum Beispiel Selbstbedienungs-Check-ins die Abfertigung und die Integration von mobilen Endgeräten die Steuerung der Lkw durch den Prozess. Eine optimierte Zeitfenster-Struktur ermöglicht eine feinere Einsteuerung der Lastkraftwagen.

Für IT-Manager Klaus Holzbach ist damit nicht nur ein moderneres System implementiert, sondern auch eine Plattform für die stetige Weiterentwicklung des logistischen Angebots. „Wir freuen uns darauf, das LAP gemeinsam mit unseren Kunden, der Inform und im Erfahrungsaustausch mit den Syncrosupply-Nutzern aus anderen Branchen weiterzuentwickeln“, resümiert Holzbach den bisherigen Projektverlauf und den aktuellen Stand der Dinge mit einem Blick nach vorn.

Umgebung für Syncrosupply wie geschaffen

Die in der Ausschreibung für die künftige Systemplattform geforderte moderne, integrierte, einheitliche, standardisierte und marktgängige Informations- und Telekommunikationslösung, die sich harmonisch in die angrenzende IT-Landschaft einfügt, ist mit Syncrosupply gefunden und implementiert. Für Inform war und ist Infraserv Logistics ein Anwendungsfall, bei dem Syncrosupply alle seine Stärken ausspielen kann: Die Komplexität mit vielen verschiedenen Kunden, Dokumentationspflichten, Management von Gefahrguttransporten, mandantenspezifischer Skalierbarkeit, Anbindung an diverse Drittsysteme schafft eine Umgebung, die mit der Inform-Software besonders gut abbildbar ist. ■

* Matthias Berlit ist Geschäftsbereichsleiter bei der Inform GmbH in 52076 Aachen, Tel. (0 24 08) 94 56-60 60, info@inform-software.com

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