Zulaufsteuerung

Chemie-Logistik nimmt sich die Automobilindustrie zum Vorbild

| Autor / Redakteur: Matthias Berlit / Bernd Maienschein

Etwa 700 Lkw und Tkw durchlaufen täglich in kürzester Zeit die Be- und Entladeprozesse im Industriepark Höchst.
Etwa 700 Lkw und Tkw durchlaufen täglich in kürzester Zeit die Be- und Entladeprozesse im Industriepark Höchst. (Bild: Infraserv-Hoechst)

Im Industriepark Höchst wurde eine neue Zulaufsteuerung für die Ein- und Ausfahrten der Lkw installiert. So erleichtern zum Beispiel Selbstbedienungs-Check-ins die Abfertigung und die Integration von mobilen Endgeräten vereinfacht die Steuerung der Lkw durch den Prozess. Eine optimierte Zeitfenster-Struktur ermöglicht eine feinere Einsteuerung der Lkw.

Der Industriepark Höchst im Westen Frankfurts ist mit 120 Produktionsanlagen und mehr als 800 Labor- und Bürogebäuden einer der größten Produktions- und Forschungsstandorte für Chemie und Pharma in Europa. Das ehemalige Stammwerk der Hoechst AG, das vom Main durchflossen wird, ist 460 ha groß. Heute ist der Industriepark Standort für 90 überwiegend global agierende Unternehmen aus den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Basis- und Spezialitäten-Chemie, Pflanzenschutz, Lebensmittelzusatzstoffe und Dienstleistungen, die rund 22.000 Mitarbeiter beschäftigen. Betrieben wird das 460 ha große Gelände von der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG.

Lkw-Zulaufsteuerung als zentrale Säule

Zu den großen Herausforderungen des Industrieparks gehört das Management der Logistik für die vielen am Standort ansässigen Unternehmen. Verantwortlich für diesen Bereich ist die Infraserv Logistics GmbH. Infraserv Logistics gehört zu den größten spezialisierten Chemie-Logistikdienstleistern in Deutschland. Im Industriepark Höchst ist das Unternehmen für die Torprozesse aller ein- und ausgehenden Schwerlastverkehre zuständig und übernimmt für einen Großteil der Industriepark-Unternehmen die Logistik. Unter anderem unterhält Infraserv Logistics im Industriepark eines der größten Chemie-Speziallager Europas. Häfen mit diversen Be- und Entladesystemen, ein trimodales Containerterminal, das von Lkw, Schiffen und Zügen angefahren wird, sowie Bahnverkehre auf dem Gelände komplettieren die logistischen Aufgaben.

Eine zentrale Säule der Industriepark-Logistik ist die mit einem IT-System gemanagte Lkw-Zulaufsteuerung. Rund 700 Lkw und Tanklastwagen (Tkw) kommen täglich am Tor Süd des Industrieparks an, durchlaufen in kürzester Zeit die Be- oder Entladungsprozesse und verlassen das Gelände wieder. Eine präzise Einsteuerung und effiziente Abfertigung der Frachtfahrzeuge ist unabdingbar, da es weder außerhalb des Industrieparks noch auf dem Gelände große Wartezonen gibt und unnötige Wartezeiten natürlich vermieden werden sollen.

Durchlaufzeiten minimieren

Schon bei einem „normalen“ Chemiewerk ist die Lkw-Zulaufsteuerung komplex: Variantenreiche (Gefahrgut-)Verkehre mit Mehrkammerfahrzeugen, Lkw-Verkehre mit Aufliegern, Container-Verkehre, entkoppelte Verkehre oder Kombi-Verkehre sind abzufertigen. Mehrstufige Prozesse mit Gefahrgutprüfungen, Laboruntersuchungen, Wiegevorgängen, Spezialeinrichtungen für die Be- und Entladung, die nur von eigens ausgebildeten Mitarbeitern bedient werden dürfen, müssen so gemanagt werden, dass die Durchlaufzeiten der Lkw und Tkw minimiert werden.

Kundenindividuelle Dienstleistung Lkw-Zulaufsteuerung

Im Industriepark Höchst kommt hinzu, dass diese Prozesse an die Bedürfnisse der Vielzahl von verschiedenen Kunden angepasst werden müssen. So gibt es etwa vier Wareneingangs- und sieben Warenausgangsprozeduren mit diversen verkehrsabhängigen Varianten, die zuverlässig zügig durchgeführt werden müssen.

Bereits vor der Implementierung von Syncrosupply hat Infraserv Logistics für die Lkw-Zulaufsteuerung eine spezialisierte Software eingesetzt. Das bisherige System regelte die Torprozesse bei der Ein- und Ausfahrt der Lkw, registrierte und managte nahezu alle Lkw-Fahrten für die im Industriepark ansässigen Unternehmen.

Gefragt: eine neue Software

2013 wurde bei Infraserv Logistics die Entscheidung getroffen, die Prozesse durch die Einführung einer neuen Software weiter zu optimieren. Klaus Holzbach, verantwortlich für die IT bei Infraserv Logistics, erläutert die Anforderungen an das neue System: „Wichtig war die Abbildung unserer komplexen Zulaufprozesse mit kompletter Dokumentation. Ebenso wichtig war uns aber eine Reihe von ,Zukunftseigenschaften‘ und Funktionen, die das neue System mitbringen sollte.“

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