Stapler

China-Konkurrenz macht Europäer gelassen bis nervös

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Lührs prophezeit: „Die großen chinesischen Anbieter wie Hangcha, Heli und Baoli, werden zu den europäischen Produkten bald aufschließen.“ Abhängig sei der Erfolg der Chinesen aber vom Aufbau von Service- und Vertriebsstrukturen. „Nur Container mit Geräten zu verschiffen, reicht nicht“, sagt Lührs.

Billige Stapler als Alternative für Gebrauchtmaschinen

„Die Lernkurve chinesischer Hersteller ist sehr kurz, sie haben eine schnelle Adaptionsgeschwindigkeit“, bestätigt Jungheinrich-Mann Limberg. Noch sei man der Konkurrenz einen „guten Schritt voraus“, ist man sich bei Linde Material Handling sicher. Die Bayern bestätigen, dass in Deutschland ein Markt für Stapler, die nur sporadisch zum Einsatz kommen, existiert. Von einem Low-Cost-Markt für Flurförderzeuge will man aber nicht sprechen.

Anders Nissan. „Der Markt existiert, vor allem als Alternative zu Gebrauchtmaschinen und bei Einsätzen von wenigen Minuten pro Tag“, glaubt Ingo Rose von Nissan. Er sieht die Low-Cost-Produkte allerdings auf bestimmte Einsätze limitiert. Von low cost und Billigware will Armin Tophoven von Max Holland Forklifts nichts mehr wissen. Seit 2006 importiert die niederländische Firma Maximal-Stapler aus China und vertreibt sie europaweit.

Stapler aus China ohne technischen Ballast

„Die Kinderkrankheiten gehören der Vergangenheit an“, berichtet der Vertriebsprofi stolz. Ohne technischen Ballast liefere man Produkte aus, die funktionieren und eine preisliche Alternative bieten würden, rühmen sich die Niederländer. Ein Argument, das auch Hanselifter vorträgt.

Das Motto beider Firmen lautet wohl: Was nicht da ist, kann auch nicht kaputtgehen. Trotzdem seien seine Stapler zuverlässig, unterstreicht Lührs. „Die Reklamationsquote liegt weit unter 1% gemessen an der Gesamtkostenquote.“

Staplerbauer aus China müssen Ersatzteile verfügbar halten

Sollte doch mal ein Teil ersetzt werden müssen, setzen beide auf moderne Logistikstrukturen. Über 13.000 verschiedene Artikel haben Lührs und seine Mannschaft auf Lager. „Die langen Verschiffungszeiten sind nachteilig. Daher hat Hanselifter ein Ersatzteilsystem aufgebaut und viel investiert“, erklärt Lührs.

Auch Tophoven weiß um die Bedeutung der Ersatzteilversorgung. „Hohe Verfügbarkeit heißt kurze Lieferzeiten“, so der Verkäufer, der ehrgeizige Ziele verfolgt: In den nächsten Jahren will er sich im oberen Segment der Mittelklasse festsetzen. Das klingt nach einer Kampfansage an die Etablierten.

Ob darunter auch die Preise leiden, lassen diese zum Teil offen. „Auswirkungen auf das Preisgefüge gibt es dann, wenn für gleiche Leistungen geringere Preise verlangt werden. Dies ist aber nicht der Fall“, schreibt Linde selbstbewusst.

Übernahmen durch Chinesen nicht ausgeschlossen

Für Still ist ein verändertes Preisgefüge nicht relevant. Einzig Nissan räumt Veränderungen ein. „Der Markt hat in den ersten Jahren etwas auf die niedrigen Preise von chinesischen Produkten reagiert, aber aktuell kann man davon ausgehen, dass es kaum Auswirkungen haben wird, da unterschiedliche Kunden angesprochen werden“, meint Rose. Er prophezeit den chinesischen Kollegen, dass sie die reinen Einkaufspreise anheben werden, denn Service und Investitionen in den Vertrieb müssen bezahlt werden.

Doch es gäbe auch noch einen bequemeren Weg für die Chinesen, in Europa Fuß zu fassen. Akquisition lautet das Stichwort. Nur Still spricht das aus, woran vermutlich viele denken. Einen Vorteil hätte eine Übernahme auf jeden Fall: Mit dem Gewerbeaufsichtsamt müsste man sich nicht mehr rumschlagen.

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