Procurement

Das B2B-Portal als Motor der digitalen Transformation

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Partner- und Procurement-Portale

Im B2B-Bereich unterstützen Portale zugleich interne Prozesse von Unternehmen und solche entlang der Supply Chain. In der – technologisch seit jeher führenden – Automobilindustrie etwa sind Logistik- und Procurement-Portale schon seit Jahrzehnten etabliert. Und gerade bei C-Teilen – also solchen mit geringem Ergebnisbeitrag für die eigene Produktion – bietet es sich für Fertigungsunternehmen an, im Sinne einer unkomplizierten Beschaffung Portale zu nutzen. Bei all diesen Prozessen mit externen Partnern und Zulieferern hat die Digitalisierung zudem den großen Vorzug, Medienbrüche zu vermeiden.

Infrastruktur konsolidieren, Silos vermeiden

Selbst wenn es die Fachabteilungen sind, die das Portalthema im Unternehmen forcieren, ist es für den Erfolg eines Portalprojekts doch oft entscheidend, dass die Infrastruktur über das gesamte Unternehmen und verschiedene Abteilungen hinweg konsolidiert wird. Businesskunden wollen eben nicht mit unterschiedlichsten Fachbereichen und Standorten reden müssen, wenn sie mit dem Anbieter ein Anliegen klären wollen. Sie erwarten stattdessen, ihr Problem im Portal lösen zu können, am Single Point of Contact und möglichst umgehend. Gelingen kann das aber nur, wenn ein Unternehmen bei seiner Digitalisierung die alten Silostrukturen überwindet, in der ERP-, CRM- und Produktionssysteme mehr oder minder unverbunden nebeneinander existierten. Es kommt darauf an, die monolithischen Altanwendungen einzubinden, die erforderlichen Services und Schnittstellen zu identifizieren und sie durch geeignete Architekturen und Technologien zu realisieren.

Portale brauchen Strategie

Damit das neue Portal einen unternehmensweiten, ganzheitlichen Nutzen stiftet, ist es wichtig, auch eine gemeinsame, unternehmensweite Portalstrategie zu entwickeln, über einzelne Fachbereiche hinweg. In vielen Fällen hat es sich bewährt, solch eine Portalgesamtstrategie durch ein Querschnittsteam definieren zu lassen, dem Vertreter aller relevanten Fachbereiche angehören. Solch ein Prozess der Strategiefindung muss nicht langwierig sein, aber dennoch gilt es, eine ganze Reihe fachlicher und technischer Fragen zu klären: Welche Services soll das Portal abdecken? Muss die Nutzerverwaltung konsolidiert werden? Wie soll etwa das Thema Login/Authentisierung/Autorisierung gelöst werden? Ist vielleicht ein Single-Sign-on sinnvoll? Brauchen wir externe Hilfe für unser Portal oder starten wir autark? Und welche Altsysteme binden wir zuerst an? Es ist daher erforderlich, zunächst eine Portalstrategie zu entwickeln, die all diese Fragen beantwortet. Denn nur wenn das Portalprojekt von einer gemeinsamen Vision getragen ist, kann es seine volle Wirkung entfalten und Motor für die digitale Transformation des Unternehmens sein. ■

* Dr. Michael Bark ist Geschäftsführer der evodion Information Technologies GmbH in 20097 Hamburg, Tel. (0 40) 2 71 43 40-0, info@evodion.de

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