Krantechnik

Demag liefert fünf vollautomatisierte Prozesskrane nach Thailand

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Maximale Verfügbarkeit im 24/7-Betrieb

Wenn die neue Papiermaschine PM16 in der Ratchaburi Mill ihre volle Produktionskapazität erreicht, stehen pro Tag bis zu 1050 t Papier zur Einlagerung im Rollenlager an. Die nach Kundenanforderung konfigurierten Rollen haben eine Breite von 620 bis 2520 mm und wiegen zwischen 400 und 2400 kg. Das Lager der PM16 verfügt über eine Gesamtfläche von mehr als 3300 m² und kann bei einem Befüllungsgrad von 80 % rund 10.500 t Papier aufnehmen. Die Befüllung des Lagers erfolgt im 24/7-Betrieb rund um die Uhr, die Auslieferung im Zwei-Schicht-Betrieb. Während der Zeiten, in denen nicht verladen wird, optimieren die Krane das Lager hinsichtlich der nachfolgenden Auslagerungen. Das Versandlager ist in zwei Bereiche aufgeteilt, in denen die Papierrollen in Abhängigkeit vom jeweiligen Durchmesser turmartig bis auf eine Höhe von 13,5 m gestapelt werden können. Drei baugleiche Zweiträger-Laufkrane ZKKW mit einer Tragfähigkeit von 2,8 t und einem Spurmittenmaß von 35,5 m verfahren auf einer 90 m langen Kranbahn. Die Krane übernehmen unverpackte Rollen mit einem maximalen Durchmesser von 3600 mm und bis zu 2880 kg Gewicht.

Pro Stunde können bis zu 120 Rollen umgeschlagen werden. Die von dem Papierproduzenten gewünschten hohen Umschlaggeschwindigkeiten setzen neben einem durchgehenden Lagerkonzept eine sehr hohe Leistung der Krananlagen voraus. Die stufenlos geregelten Kran- und Katzfahrantriebe erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 120 beziehungsweise 100 m/min, die Hubgeschwindigkeiten werden lastabhängig bis zu 57 m/min gesteuert. Neben dem hohen Arbeitstempo sorgt die Kransteuerung mit dynamisch übergreifenden Fahrwegen der drei auf einer Bahn fahrenden Krane für die geforderten hohen Umschlagzyklen.

Sicheres Handling: Vier Papierrollen mit einem Griff

Die hohen Umschlagzahlen werden auch durch den Einsatz von mechanischen Rollengreifern erzielt. Bei Papierrollen mit einer Breite von bis zu 900 mm können die mechanischen Greifer bis zu vier Rollen gleichzeitig aufnehmen. Dazu wird der Prozesskran vom Lagerverwaltungsrechner punktgenau über dem Rollenmittelpunkt positioniert. Sechs Greiferarme umschließen mit gleichmäßigem Anpressdruck die Rollen. Zusätzlich integrierte Sicherheitskreisläufe – wie etwa die im Greifer installierte redundant ausgelegte Sensorik – gewährleisten eine hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit im automatisierten Lagerablauf.

Durch die kompakte Bauform des mechanischen Rollengreifers lassen sich die Papierrollen in einem engen Stapelraster lagern. Damit wird der bestmögliche Raumnutzungsgrad mit geringsten Zwischenräumen von 150 mm im Raster erreicht. Diese mechanische Greifergeneration bewährt sich bereits seit mehreren Jahren in automatisierten Papierrollenlagern in Europa und China.

Das gleiche Lagerkonzept wurde auch für ein gemeinsames Rollenlager der Papiermaschinen PM1 und PM3 übernommen. Die nach Kundenanforderung konfigurierten Rollen weisen hier eine Breite von 620 bis 2520 mm auf und wiegen zwischen 360 und 3300 kg. Das Lager besitzt eine Gesamtfläche von 2800 m² und nimmt bei einem Befüllungsgrad von 80 % rund 8650 t Papier auf. Die Einlagerung der Rollen erfolgt dem Ausstoß der Papiermaschinen entsprechend rund um die Uhr, für die Entnahme steht ein Zeitfenster von 12 bis 20 Stunden am Tag zur Verfügung.

Zwei baugleiche Zweiträger-Laufkrane ZKKW mit einer Tragfähigkeit von 3,3 t und einem Spurmittenmaß von 35,5 m verfahren auf einer 76 m langen Kranbahn. Auch diese Krane sind mit mechanischen Greifern ausgestattet, um verpackte und unverpackte Papierrollen übernehmen und turmartig bis auf eine Höhe von 13,5 m stapeln können. Pro Stunde schlagen die beiden Krane bis zu 80 Rollen um.

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