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Logistik IT Die Supply Chain soll für Renault punkten

| Redakteur: Robert Weber

Der französische Autobauer gibt seinen Kunden in Europa ein Logistik-Versprechen: Ein am Nachmittag bestelltes Ersatzteil wird am nächsten Morgen ausgeliefert. Um seine Lieferkette zu optimieren, setzt Renault die Supply-Chain-Lösungen von JDA ein und konnte damit bei reduzierten Lagerbeständen seine hohen Servicestandards langfristig sichern.

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(Bild: gemeinfrei, wikicommons)

Das Geschäft mit Ersatzteilen ist für den Autobauer Renault ein wichtiges Segment. Von seinem Hauptsitz im französischen Boulogne-Billancourt aus koordiniert Renault sein europaweites Ersatzteilgeschäft. Der Autobauer betreibt dort zwei zentrale Lager und verfügt über ein europaweites Distributionsnetzwerk, das Dutzende Verteilungszentren umfasst.

Einhaltung des Lieferversprechens ist eine große Herausforderung

Um die Bindung seiner Kunden an die Marke zu festigen, gibt der Automobilkonzern ein ehrgeiziges Versprechen: Wird ein Ersatzteil bis 16 Uhr bestellt, liefert Renault es dem Kunden bis 8 Uhr morgens am kommenden Tag aus. Aber weil es zwischen zwei und acht Wochen dauert, bis Renault ein Ersatzteil von einem Zulieferer erhält, stellt es für die Logistik bei Renault eine große Herausforderung dar, das Lieferversprechen einzuhalten.

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Eine Bedingung dafür ist, dass Renault mehr als 200.000 verschiedene Ersatzteile auf Lager hat. Mit 5000 dieser Ersatzteile kann Renault etwa 95 % der Bestellungen abdecken, aber dennoch ist es wichtig, jedes Ersatzteil in ausreichender Menge vorrätig zu haben. „Es ist zwar sehr schwierig, jedes bestellte Ersatzteil über Nacht auszuliefern, aber es ist unser eigener Anspruch, diese Zusage in allen europäischen Märkten einzuhalten“, erklärt Bruno Danré, der zuständige Projektleiter bei Renault. „Was wir benötigen, um dieses Ziel zu erreichen, ist eine wirklich starke globale Lieferkette.“

Automobilhersteller reagieren sehr sensibel auf das ökonomische Umfeld

In der Vergangenheit hat Renault seinen eigenen Anspruch an hohe Servicelevels dadurch erfüllt, dass der Autobauer ein großes Volumen an Ersatzteilen in seinem komplexen europäischen Distributionsnetzwerk verfügbar gehalten hat – ein Netzwerk mit bis zu fünf Ebenen aus Zulieferern, Händlern und regionalen Distributionszentren.

Allerdings haben die Entwicklungen in der globalen Wirtschaft den Autobauer dazu veranlasst, die hohen Investitionen in seine Lagerbestände auf den Prüfstand zu stellen. „Automobilhersteller haben keine großen Margen, darum reagieren sie sehr sensibel auf das ökonomische Umfeld“, sagt Danré. „Außerdem können auch Naturkatastrophen und politische Unruhen unsere weltweite Lieferkette empfindlich beeinträchtigen.”

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