Retourenmanagement

E-Commerce als Herausforderung der Retourenabwicklung

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Verkürzung von Durchlaufzeiten durch dynamische Zwischenpuffer

Die Zahl der Kollektionswechsel und die Bestandsreichweite je Artikel stellen einen wichtigen Indikator für die Wahl des korrekten Rücklagerungsprozesses. Je häufiger innerhalb eines Jahres Kollektionswechsel vorgenommen werden, desto kürzer ist der Lebenszyklus der einzelnen Textilartikel. Kurze Lebenszyklen und geringe Bestandsreichweiten auf Artikelbasis erfordern den Einsatz eines dynamischen Zwischenpuffers, in dem die Waren kurzfristig bis zum Verkauf gelagert werden. Der Vorteil dieser Zwischenpuffer liegt dabei zum einen in der verkürzten logistischen Durchlaufzeit und damit in der schnelleren Wiederverfügbarkeit der Ware für den Verkauf und zum anderen in der Reduzierung der anfallenden Aufwände für die Rücklagerung. Ein Einsatz dynamischer Zwischenpuffer ist jedoch nicht immer wirtschaftlich, auch hier stellt das Retourenaufkommen einen wichtigen Anhaltspunkt dar, insofern als das geschäfts- und technikabhängig eine „kritische“ Masse benötigt wird, um den Zwischenpuffer wirtschaftlich betreiben zu können. Die eingesetzte Lager-, Förder- und Sortiertechnik ist abhängig von Hänge- oder Liegeware. Auf Basis einer Dimensionierung des Lagers kann letztlich entschieden werden, ob die Rücklagerung zentral oder dezentral, das heißt über einen beziehungsweise verschiedene zonengebundene Ausschleusungspunkte, erfolgen soll.

Effizienz durch Informationen

Die richtige Zusammenstellung des Materialflusses stellt das Fundament für eine wirtschaftlich effiziente Retourenabwicklung dar. Dieses Fundament gilt es durch geeignete Informations- und EDV-Prozesse zu unterstützen. Vor allem bei der Erfassung und Aufbereitung müssen Informationen möglichst schlank und zielgerichtet an den Werker übergeben werden, um die Durchlaufzeiten zu senken. In den Vordergrund rückt die Reduzierung von Identifikations- und Navigationsaufwänden. Effizienz beginnt schon bei der Gestaltung der Retourenmatrix. Je umfangreicher diese ausfällt, desto länger wird auch der Entscheidungsprozess des Werkers. Ziel sollte es sein, eine möglichst schlanke Matrix basierend auf der Retourenqualität (zum Beispiel ABC) aufzubauen und weitergehende Entscheidungen, wie Wertabhängigkeiten, im Warehouse Management System (WMS) zu hinterlegen. Eine Reduzierung des IT-Dialogs auf die nötigsten Interaktionen ist ein weiterer Schritt, um die Bearbeitungszeiten bei der Retourenerfassung zu verkürzen. Die Erfahrung zeigt darüber hinaus, dass die Beschränkung der Eingabegeräte, zum Beispiel auf den Barcode-Scanner, positive Effekte auf die Durchlaufzeit erzeugt.

Bis 2020 wird das Retourenaufkommen weiter steigen

Gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Malorg Consulting wachsen Retourenkosten überproportional im Vergleich zum Umsatzwachstum von Onlineshops, häufigster Grund hierfür sind gewachsene Strukturen, die den Anforderungen einer effizienten Retourenabwicklung nicht mehr gerecht werden können. Vor dem Hintergrund prognostizierter Wachstumsraten von durchschnittlich jährlich 8 % bis 2020 wird auch das Retourenaufkommen weiter steigen. Für Onlineshops werden die Eindämmung der Retourenkosten und damit eine wirtschaftlich effiziente Retourenabwicklung von wachsender Bedeutung sein.

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