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Die Konfigurierbarkeit des ERP-Systems sorgte für eine umfassende Abbildung aller Prozesse und Fertigungsvarianten. Musste man früher einzelne Prozesse ausdrucken und in der nächsten Abteilung wieder händisch eingeben, gab es jetzt ein durchgängiges System, das alle Mitarbeiter über Stand und Fortgang eines Auftrags auf dem Laufenden hält.
ERP-System integriert ausländische Werke
Mit den ausgereiften Multisite-Funktionalitäten integrierte man dann Schritt für Schritt die ausländischen Werke in die Zentralverwaltung. In den Niederlassungen erleichtert dabei die jeweilige Heimatsprache auf der Arbeitsoberfläche die Bewältigung der Aufgaben.
Einen Wermutstropfen gab es aber doch. Denn ERP-Systeme wirken zwar steuernd auf die Produktion – mit den daraus resultierenden Optimierungs- und Kostenersparniseffekten –, regeln aber nicht eine zielgerichtete Lagerhaltung, wie Fick erläutert. Gerade die Variantenvielfalt mit über 180000 Artikelstämmen erforderte jedoch eine Lösung zur Senkung des Lagerbestands und damit zur Liquiditätsverbesserung.
ERP-Erweiterung zeigt Potenziale in der Disposition und Materialwirtschaft
Auf der Suche nach einer passenden Software wurde Fick beim Psipenta-Systempartner Berghof im thüringischen Königsee fündig. Nachdem er sich mit seinen Kollegen mehrere Softwarelösungen angesehen hatte, stand die Entscheidung für den regeltechnischen Ansatz der Berghof-Gruppe fest, sagt der Teamchef. Dabei überzeugte sie eine im Vorfeld des Projekts durchgeführte Nutzenanalyse, die deutliche Potenziale in der Disposition und Materialwirtschaft aufzeigte.
Die Funktionserweiterung mit der Bezeichnung Plus ermöglicht die Realisierung einer geplanten Dispositionspolitik. Zielgrößen wie Lieferzeit, Lieferbereitschaft und Kapitalbindung durch Lagerhaltung lassen sich je nach Marktsituation festlegen und bilden die Grundlage der automatischen Regelung durch das ERP-System. Es beobachtet fortlaufend alle relevanten Prozesse, erkennt Regelabweichungen und gleicht sie durch Stelleingriffe automatisch aus.
Die kontinuierliche Abstimmung der ERP-Parameter der Fertigungslogistik, etwa Bestellpunkte, Sicherheitsbedarf und Bevorratungsebenen, bewirken die Anpassung an aktuelle Geschäfts- und Wettbewerbssituationen. Ficks Angaben zufolge konnte das Unternehmen damit den Lagerbestand schon in den ersten drei Monaten um über 1 Mio. Euro reduzieren. Das entsprach einer Bestandssenkung von 15% in der ersten und etwa 25% in der zweiten Produktgruppe. Der Softwarehersteller Psipenta reagierte sofort und integrierte die Anwendungen SRM (selbstregelnder Mechanismus) und CTP (Capable to promise) in seinen Standard.
So führte die Kooperation zwischen Anwender und Systemhaus zu einem Erfolg für alle Beteiligten: Gemü war mit der gleichen Belegschaft in der Lage, ein Wachstum von 20% zu erreichen, und Psipenta konnte wichtige Funktionalitäten in seinen Standard integrieren.
Volker Vorburg ist Fachpublizist in Leonberg.
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