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Kommissioniertechnik

Flexibel und wirtschaftlich durch Mechanisierung

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Wie Josef Pollinger, auf Seiten von Witron Leiter des Migros-Projekts, erklärt, würden herkömmliche Greiftechniken die Bandbreite automatisch kommissionierfähiger Waren enorm einschränken und das Gesamtsystem wirtschaftlich wesentlich uninteressanter machen. Vorausgehend wurden die Produkte im Wareneingang automatisch verifiziert und vereinnahmt, als sortenreine Paletten in ein Palettenhochregallager eingelagert, bedarfsgerecht wieder ausgelagert, lagenweise depalettiert, mit Trays unterschiedlicher Größe „verheiratet“, in vorgelagerten Fine-Tuning-Prozessen mechanisiert sortiert und vor der filialgerechten Kommissionierung wieder vom Tray getrennt. Sind die Paletten fertig kommissioniert, schleust das OPM-System diese an die Wickelstationen aus, wo sie mit Folie gesichert werden. Dann werden die Paletten über ein Fördertechniknetzwerk Richtung Warenausgang in einen Pufferbereich befördert, mit weiteren Kundenaufträgen tourengerecht konsolidiert und stehen anschließend für den Versand bereit.

Lager- und Kommissioniersystem punktet mit hoher Wirtschaftlichkeit

Die Witron-OPM-Lösung, die im Jahr 2005 von der VDI-Gesellschaft FML mit dem „Innovationspreis für Logistik“ ausgezeichnet wurde, zeichnet sich gegenüber herkömmlichen Kommissionierverfahren durch ihre enorm hohe Wirtschaftlichkeit, die Kommissionierqualität und die Kommissionierquantität aus. Sämtliche Prozesse innerhalb der gesamten Supply Chain werden durch OPM optimiert. Zahlreiche marktführende Lebensmitteleinzelhändler in Europa und Nordamerika setzen bereits in ihren Logistikzentren auf die innovative Technik.

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Insgesamt sind bisher schon mehr als 400 COM-Maschinen im Betrieb beziehungsweise in der Inbetriebnahme, sowohl im Trockensortiment als auch im Frische- und Tiefkühlbereich. Das Spektrum reicht dabei bis hin zu 18.000 verschiedenen Artikeln. Durch das enorme Branchen-Know-How von Witron im Lebensmitteleinzelhandel wird die Lösung permanent weiterentwickelt. So arbeitet Migros mit einem System der neuesten Generation. Funktionalitäten wie die Channelizer-Funktion, Gegenpusher, TCC (Tray Collection Conveyor System), SBR (Sequenz Buffer Rack) oder Regalbediengeräte mit doppeltem Lastaufnahmemittel machen die Lösung noch schneller, noch effizienter und noch flexibler – bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch.

Effiziente Getränkekommissionierung

Da Migros bei einem mengenmäßigen Anteil zwischen 20 und 30 % eine große Anzahl an Auftragspaletten mit Getränken und PET-Flaschen kommissioniert, war eine effiziente Abwicklung im Getränkebereich ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen Einsatz von OPM. Einfache, praxisnahe Prozesse erfüllen auch hier die hohen Qualitätsansprüche von Migros. So führt das automatische Einlegen einer zusätzlichen Kartonschicht als Lagenverstärker – direkt durch die COM – zu einer signifikanten Erhöhung der Stabilität bei den automatisch gebildeten Getränkepaletten.

Die optimale Palettenstruktur ist generell ein zentrales Qualitätsmerkmal für den Schweizer Einzel- beziehungsweise Detailhändler. Die Palettenstabilität und die Sortierung der Artikel auf den Paletten ist für den Filialprozess ganz entscheidend. Mit dem Projekt „Future COM“ ist es gelungen, den Migros-Filialen mit auf Basis eines Schlichtalgorithmus gebildeten Paletten einen hohen Servicegrad zu bieten. Dabei werden die Artikel schon bei der Kommissionierung so auf der Palette sortiert, dass diese in der Filiale auf kürzestem Weg in die Regale verräumt werden können. Des Weiteren ist Migros beim Füllgrad der Paletten völlig flexibel. Wenn ein Markt aufgrund seiner bestehenden Rahmenbedingungen nur mit Paletten in einem bestimmten Höhenraster beliefert werden kann beziehungsweise er bei der Anlieferung von bestimmten Produkten Höhenvorgaben vorgibt, kann die COM-Maschine diese Parameter filialspezifisch umsetzen.

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