Schienengüterverkehr

Forscher sehen Güter-Transrapid als Lösung gegen Verkehrsinfarkt

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Grundsätzlich stellt die Schiene eine sehr gute und umweltfreundliche Alternative zum Straßengüter-Transport dar, kann jedoch aus bereits dargestellten Gründen unter den aktuellen Randbedingungen nicht die notwendigen Mengen aufnehmen. Daher muss ein kompatibles und modifiziertes System zum Einsatz kommen, mit dem neue und ergänzende Weitverkehrsstrecken in Europa parallel zu den vorhandenen Engpassstrecken aufgebaut werden.

Neue Strecken für den Güterverkehr gefordert

Die Strecken könnten dann von vorherein mit einer einheitlichen Bahntechnik in ganz Europa oder auch weltweit arbeiten, umweltfreundlich mit elektrischer Energie betrieben werden und wesentlich größere Gütermengen pro Zeit- und Streckeneinheit zu deutlich günstigeren Konditionen transportieren.

Das Transportsystem sollte vollautomatisch und führerlos betrieben werden. Ein Personentransport wird auf den neuen Strecken ausgeschlossen, so dass sich deutlich günstigere, betriebstechnische Randbedingungen ergeben als im klassischen Bahnsystem.

Transrapid-Technik für den Güterverkehr nutzen

Als Antrieb kommt ein stationärer Linearmotor zum Einsatz, der im Wesentlichen von der Transrapid-Technik übernommen werden kann.

Die besonderen Merkmale des neuen Schienen-Transportsystems sind:

  • Die speziellen Waggons ohne eigenen Motor werden durch einen stationären Linear-Antrieb mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h bewegt
  • Durch die Einzelsteuerung und der Antriebsmöglichkeit für jeden einzelnen Waggon können pro Streckenabschnitt etwa zehnmal mehr Güter bewegt werden als mit der konventionellen Eisenbahn.
  • Der Rangieraufwand wird erheblich reduziert, da die Waggons einzeln gesteuert über Weichen ein- oder ausgeschleust werden können. In dem betreffenden Weichenabschnitt wird der stationäre Linearmotor weggelassen und die Waggons fahren einige wenige Sekunden mit Hilfe der Eigendynamik.
  • Die Spezial-Waggons können verschiedenste Transportbehälter wie Container, Flüssigkeitsbehälter oder chemische Behälter aufnehmen.
  • In konventionellen Schienen-Systemen können die Waggons auch mit konventionellen Lokomotiven bewegt werden.
  • In beiden Systemen können die Spezial-Waggons auch mechanisch gekoppelt werden.
  • Es kann eine weltweit einheitliche Antriebs- und Sicherheitstechnik definiert werden.
  • Der Strom für den elektrischen Antrieb (stationärer Linearmotor) kann dezentral vor Ort und umweltfreundlich aus verschiedensten Energiequellen gewonnen werden, zum Beispiel Wind, Wasser, Sonne oder Bio-Masse.

Neues Güter-Transportsystem unumgänglich

Wenn die wirtschaftliche Entwicklung in den europäischen Industrieländern nicht durch zukünftige Transport-Engpässe ausgebremst werden soll, ist die Entwicklung und der Einsatz eines neuen Güter-Transportsystem mit wesentlich höheren Transportleistungen und deutlich besseren Umwelteigenschaften unumgänglich.

Deutschland könnte mit der Entwicklung und Realisierung eines derartigen Systems auf bereits bestehendes Know-how aus der Transrapid-Technik aufsetzen und relativ schnell ein in der Praxis einsetzbares System verfügbar haben. Dieses könnte auch weltweit hervorragend vermarktet werden, um so den Technik- und Export-Standort Deutschland auch längerfristig wirtschaftlich und arbeitsplatzmäßig zu sichern.

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