Expertenbeitrag

 Reinhard Irrgang

Reinhard Irrgang

Flurförderzeuge

Gute Zukunftsaussichten für die Brennstoffzelle

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„Der größte Vorteil ist, dass die Betankung eines Wasserstofftanks lediglich fünf Minuten in Anspruch nimmt und deshalb nur minimale Unterbrechungen des Einsatzes verursacht“, betont Fischer. „Dadurch entfällt der sonst übliche Batteriewechsel und eine zweite, geladene Batterie ist überflüssig. Das macht die Brennstoffzelle ideal für den Mehrschichtbetrieb.“

Ideal für den Mehrschichtbetrieb

Weinberger nennt vier Faktoren: schnelles Betanken, geringere Kosten, sicheres und sauberes Handling. So „sind die Brennstoffzellen in nur ein bis maximal drei Minuten mit Wasserstoff aufgetankt. Diese hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge macht sich vor allem im harten Mehrschichtbetrieb positiv bemerkbar. Die Kosten für Wasserstoff sind in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Gleichzeitig steigt im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien die Produktivität durch Wegfall des zeitaufwendigen Batteriewechsels und kurze Betankungszeiten.“

Hinsichtlich des Handlings sind „Brennstoffzellen durch den Wegfall des Batteriewechsels sowie potenziell gefährlicher Batteriesäuren im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien besonders sicher und eine saubere Alternative, damit eignen sie sich vor allem für hygienekritische Bereiche wie die Pharma- oder Lebensmittelindustrie“.

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„Bei richtiger Planung können die Brennstoffzellen-Stapler direkt und jederzeit am Einsatzort betankt werden, beispielsweise an Kreuzungen oder viel befahrenen Wegstrecken“, so Hesse. „So werden Engpässe an den Tankstationen vermieden.“

Welche organisatorischen und wirtschaftlichen Vorteile haben die Anwender nun beispielsweise hinsichtlich Einsatzzeiten, Wartungsaufwand, Geräte- und Einsatzkosten sowie umweltschonender Aspekte? „Die hohe Fahrzeugverfügbarkeit im Mehrschichtbetrieb wird dadurch gewährleistet, dass die Netzspannung der Brennstoffzelle bis zum vollständigen Verbrauch des Wasserstoffvorrats gehalten wird“, erläutert Fischer. „Der Betrieb verursacht keinerlei Schadstoffausstoß, denn als ,Abgas‘ der Reaktion von Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft entsteht reiner Wasserdampf. Bei Verwendung von klimaneutral hergestelltem Wasserstoff sorgt die Brennstoffzelle für eine ausgeglichene Ökobilanz. Dies unterstützt auch unsere Mission „Zero Emission“, die auf umweltfreundliche und sparsame Antriebstechnologien setzt.“

Zahlreiche Einsatzvorteile

Markus Weinberger nennt wiederum vier Aspekte: lange Lebensdauer, Platzersparnis, hohe Verfügbarkeit sowie Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. So „haben Brennstoffzellen eine Lebensdauer von durchschnittlich 10.000 Betriebsstunden, damit sinken die Lebenszykluskosten und Ressourcen werden geschont“. Zudem „benötigt die Infrastruktur zur Wasserstoffbetankung nur wenig Platz, Batterieladestationen oder Batterieräume fallen weg. Damit steht mehr Fläche für Produktions- beziehungsweise Lagerflächen und Verkehrswege zur Verfügung.“

Auch bei sehr hohem Energiebedarf kommt es im Gegensatz zu Li-Ion-Geräten nicht zu Spitzen, die das Stromnetz belasten und hohe Kosten verursachen. Als Abfallprodukte der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff entstehen Wasser und Wärme, der Antrieb belastet deshalb nicht die Umgebung mit schädlicher Emission. Wird der Wasserstoff zusätzlich aus regenerativen Energiequellen, wie beispielsweise Biogas, gewonnen, wird der positive Umweltbeitrag noch größer.

Höhere Produktivität, Nachhaltigkeit und lange Lebensdauer

Kai Hesse nennt „verbesserte Produktivität“ als einen der wesentlichen Vorteile der Brennstoffzellen-Technologie: „Im Gegensatz zu einem Batteriewechsel (10 bis 20 min) nimmt die Betankung mit Wasserstoff nur etwa zwei Minuten in Anspruch, dies spart deutlich Zeit.“ Hinzu kommt die „Nachhaltigkeit: Wasserstoff ist ein idealer Energiespeicher für erneuerbare Energien. Im Gegensatz zu anderen Energiearten entsteht als Emission reines Wasser, damit trägt die Technologie maßgeblich zu einer CO2-Reduktion bei.“

Lohnt sich dann eigentlich auch der Einsatz einzelner Stapler mit Brennstoffzellen-Antrieb oder ist eher der Einsatz mehrerer Geräte oder gar Flotten zu empfehlen? „Zunächst spielt natürlich die staatliche Förderung eine Rolle, inwieweit sich die Brennstoffzelle für den Anwender lohnt“, betont Fischer. „Aufgrund der hohen Anfangsinvestition in eine Wasserstoff-Infrastruktur, vor allem die Tankstelle mit hohen Sicherheitsstandards, ist der rentable Einsatz von Flurförderzeugen mit Brennstoffzellen eher als Flotte in einer Größenordnung ab 20 bis 30 Fahrzeugen zu empfehlen.“

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Der Einsatz lohnt sich ab mindestens 20 Geräten

„Interessant ist der Einsatz von Staplern mit Brennstoffzellen-Antrieb insbesondere für Unternehmen, die eine zahlenmäßig große Flotte betreiben, Untergrenze sind zwanzig, besser jedoch fünfzig Geräte; und die zudem den Flurförderzeugen eine hohe Leistung abverlangen und sie im Dreischichtbetrieb mit hohen jährlichen Betriebsstundenzahlen einsetzen“, betont Weinberger. „Ein weiterer Punkt ist die notwendige Wasserstoff-Infrastruktur, sprich Tankstelle: Entsteht im Betrieb Wasserstoff als Abfallprodukt oder wird er bereits in der Produktion benötigt, ist dies ein zusätzliches Argument pro Brennstoffzellen-Antrieb.“

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