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Expertenbeitrag

 Reinhard Irrgang

Reinhard Irrgang

Flurförderzeuge Gute Zukunftsaussichten für die Brennstoffzelle

Eine Reihe führender Hersteller bietet sie an und sie bewähren sich bereits in großen Einsatzflotten – trotzdem können sie immer noch als „Hidden Champions“ gelten: Die Rede ist von Staplern mit Brennstoffzellen-Antrieb. Die Antworten auf unsere Herstellerumfrage zeigen ein breites und wirtschaftlich wie organisatorisch lukratives Einsatzspektrum für diese umweltfreundlichen Flurförderzeuge auf.

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Stapler mit Brennstoffzellen-Antrieb lassen sich in nur wenigen Minuten betanken, bewähren sich im Mehrschichtbetrieb und sind umweltfreundlich.
Stapler mit Brennstoffzellen-Antrieb lassen sich in nur wenigen Minuten betanken, bewähren sich im Mehrschichtbetrieb und sind umweltfreundlich.
(Bild: Still)

Wir befragten führende Flurförderzeug-Hersteller über Fakten und ihre Erfahrungen zum Thema Stapler mit Brennstoffzellen-Antrieb: Welche Ihrer Stapler bieten Sie mit Hybridantrieb an (Brennstoffzellen-Technologie)? „Momentan sind bei Still Flurförderzeuge mit Brennstoffzellen-Technologie und Hybridantrieb in den Leistungsklassen 24, 48 und 80 V verfügbar. Deren Tragfähigkeit reicht bis zu 3,5 t beim Gegengewichtsstapler RX60-25/35“, so Thomas A. Fischer, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Service bei Still. „Darüber hinaus bieten wir weitere Flurförderzeug-Typen an, allen voran unser Flaggschiff im Segment der Schubmaststapler, den FM-X. Damit deckt Still den aktuellen Bedarf der Kunden hervorragend ab, da gerade in dieser Leistungsklasse die Vorteile der Brennstoffzelle in Kombination mit den Vorzügen unserer Geräte voll zum Tragen kommen.“

„Rund 80 % aller Modelle der Marke Linde sind mit Brennstoffzellen-Antrieb bestellbar“, so Markus Weinberger, International Product Manager Energy Solutions, Linde Material Handling. „Dazu gehören beispielsweise Niederhubwagen, Schlepper, Schubmaststapler sowie Gegengewichtsstapler inklusive des Roadster-Modells.“

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„Nahezu alle Toyota-Baureihen können mit Brennstoffzelle ausgestattet werden“, betont Kai Hesse, Leiter Produktmanagement bei Toyota Material Handling. „Beginnend bei 24-V-Niederhubwagen über 48-V-Schubmaststapler bis hin zu 80-V-Gabelstaplern bis 5 t Tragkraft.“

Der Brennstoffzellen-Stack bildet das Herz des Antriebs

„Aus welchen Komponenten besteht der Brennstoffzellen-Antrieb?“, so unsere zweite Frage. „Die Brennstoffzellen-Technologie von Still erzeugt elektrische Energie direkt an Bord des Fahrzeugs, die wiederum den elektrischen Antrieb für Fahren, Hydraulik und die Nebenaggregate liefert“, erläutert Thomas A. Fischer. „Dabei bildet der Brennstoffzellen-Stack als elektrochemischer Reaktor das Herz eines jeden Brennstoffzellen-Antriebsstrangs. Er umfasst in der Regel eine Vielzahl von in Reihe geschalteten Zellen, in denen die Energieumwandlung stattfindet, zudem einen hochdrucksicheren Wasserstofftank und eine Li-Ion-Batterie. Diese fungiert als Zwischenspeicher für die erzeugte Energie, die bei Lastspitzen für die Antriebe zur Verfügung steht. Diese Einheit lässt sich im Batterieraum des Fahrzeugs verbauen, wodurch dieses wie ein herkömmlicher batteriebetriebener Stapler genutzt werden kann und gleichzeitig die Vorteile der Brennstoffzelle, wie schnelles Tanken, nutzbar macht.“

Wie Markus Weinberger ausführt, besteht ein Brennstoffzellen-Antrieb aus folgenden Komponenten: Brennstoffzellen-Stapel, Batterie, Wassertank, Wasserstoffspeicher, Fluidmanagementsystem, Kühlsystem, Luftverdichter und Steuerungsschrank. „Die Brennstoffzelle ist kein Energiespeicher, sondern ein Wandler“, so Weinberger. „Das Herzstück ist der sogenannte Stack (Brennstoffzellen-Stapel), in dem Wasserstoff und Sauerstoff aus der Umgebung reagieren und Strom, Wärme und Wasser produzieren. Dieser Vorgang bringt einige Vorteile mit sich. Damit verbundene technische Herausforderungen hat Linde Material Handling gemeinsam mit Partnern und durch Umbau der Stapler gelöst. So wird beispielsweise die entstehende Wärme über einen Lüfter abgeführt. Zudem sorgt eine zusätzliche Li-Ion-Batterie dafür, dass Leistungsspitzen abgedeckt werden und entstehende Bremsenergie in die Batterie zurückgespeist wird.“

„Das Herzstück des Antriebs bildet das Brennstoffzellen-System“, so Kai Hesse. „Es besteht im Wesentlichen aus dem Stack, dem Tank (350 bar), einem Energiespeicher und dem Lüfter. Das System lässt sich einfach und mit geringen Modifizierungen in einen bestehenden Elektrostapler einbauen.“

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