Welthandel Huthi-Attacken im Roten Meer beeinträchtigen Verkehr durch Suezkanal massiv

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Project44, cloudbasierte Plattform für Verlader und Logistikdienstleister und 2021 im Magic Quadrant von Gartner als Leader unter den Real-Time-Transportation-Visibility-Providern eingestuft, zeichnet ein düsteres Bild der globalen Lieferketten. Insbesondere die aktuellen Huthi-Angriffe beeinträchtigten globale Lieferketten.

Karte der vom Konflikt im Roten Meer betroffenen Containerschiffe.(Bild:  Project44/Mapbox-OpenStreetMap)
Karte der vom Konflikt im Roten Meer betroffenen Containerschiffe.
(Bild: Project44/Mapbox-OpenStreetMap)

Seit Beginn der Angriffe von Huthi-Rebellen in der Meerenge von Bab al-Mandeb im Roten Meer, durch die Containerschiffe auf ihrem Weg zum Suezkanal fahren müssen, wurden bisher 266 Schiffe umgeleitet. Momentan fahren nur noch durchschnittlich 3,4 Schiffe am Tag durch den Kanal, während es vor der Bedrohung noch 15 waren. Die Transitzeiten der betroffenen Schiffe haben sich um bis zu einer Woche verlängert und Project44 geht von einer weiteren Zunahme aus.

Konkret waren Schiffe der Reedereien Hapag-Lloyd, MSC, Inventor Chemical Tankers und Maersk betroffen. Der jüngste Vorfall mit den Huthi ereignete sich vom 30. bis 31. Dezember 2023, als das Schiff Maersk Hangzhou angegriffen wurde. Hapag-Lloyd, MSC und Evergreen haben ihren Betrieb im Roten Meer vorübergehend eingestellt.

Verteilung der Handelsrouten auf Containerebene, die den Suezkanal nutzen.(Bild:  Project44)
Verteilung der Handelsrouten auf Containerebene, die den Suezkanal nutzen.
(Bild: Project44)

Was folgt daraus?

  • Erhöhte Transitzeiten
    Die Transitzeit für Container nimmt auf allen Routen weiter zu. Seit Beginn der Angriffe in der Woche vom 10. Dezember 2023 hat sich die Transitzeit zwischen Südostasien und Europa sowie zwischen China und Europa um 7 Tage erhöht. Gleichzeitig ist die Transitzeit zwischen Südostasien und der US-Ostküste um 5 Tage gestiegen. Es wird erwartet, dass sich die Transitzeiten weiter ausdehnen werden.
  • Nachgelagerte Bestandsprobleme
    Die erhöhten Transitzeiten werden sich weltweit auf die Lagerbestände auswirken. Bestellprozesse sind oft methodisch und basieren auf durchschnittlichen Transitzeiten und historischer Nachfrage. Da diese Verzögerungen unerwartet aufgetreten sind, konnten Unternehmen nicht proaktiv auf diese Situation reagieren, was vorrausichtlich dazu führen wird, dass Artikel nicht rechtzeitig verfügbar sind.
  • Unterbrechungen der Ölversorgung
    Durch den Suezkanal erfolgt der Transport verschiedenster Güter. Daher werden sich die Auswirkungen nicht auf einen spezifischen Sektor beschränken. Das bedeutendste Gut aus dieser Region ist jedoch Öl. Im Jahr 2022 belief sich der tägliche Export von Öl aus dem Nahen Osten auf 15,4 Millionen Fässer. Angesichts des andauernden Konflikts kam es zu erheblichen Unterbrechungen der Ölversorgung. Dies hat zu Schwankungen bei den Rohölpreisen geführt. Es wird erwartet, dass die Preise insgesamt auf rund 73 Euro pro Fass steigen werden, was fast 10 Euro über dem jüngsten Tiefstand von rund 62 Euro pro Fass liegt.

Angesichts der Ankündigungen von Reedereien, Schiffe um den Kanal herumzuleiten, ist es erforderlich, dass sich Unternehmen, deren Transporteure als Handelsroute den Suezkanal nutzen, auf erhebliche Verzögerungen vorbereiten. (bm)

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