Anbieter zum Thema
Sobald genügend Kleinsendungen in einer Endstelle liegen, werden diese in Transportwannen gepackt und auf den zum Paketsorter führenden Abzugsförderer abgeschoben. Nun werden die Transportwannen auf die 80 Wendelrutschen verteilt und zusammen mit den Paketen verladen.
Neue Identifikationstechnik in Sortieranlage steigert Effizienz
Die Effizienz der gesamten Anlage wird durch den OCR-Bereich zusammen mit der Volumenmessung unterstützt. Damit erweitert Beumer das Angebot an Identifikationstechniken in den Sortieranlagen um ein sehr komplexes und zukunftssicheres System.
Viele der über die Hermes-Logistik-Gruppe versandten Pakete stammen von Privatkunden, die dem Hermes-Rechner ihre Daten nicht online übermitteln. Daher werden die benötigten Daten im Hub mittels OCR eingepflegt.
Zwei „Vipac“-Lesesysteme mit je einer installierten Kamera ermöglichen die Erkennung sowohl von maschinen- als auch von handgeschriebenen Adressen. Somit stehen die Paketscheindaten dem Hermes-Rechner für die weitere Bearbeitung zur Verfügung und die Zuordnung zur richtigen Zielstelle ist gewährleistet. Nicht automatisch lesbare Adressen werden mittels manueller Videocodierung nachbearbeitet.
Etikett mit Sendungs-Barcode ersetzt Paketschein
Ein neues Etikett mit einem neuen Sendungs-Barcode, der Adresse in Klarschrift und allen relevanten Logistik-Informationen ersetzt den aufgeklebten Paketschein. Rund 10000 Sendungen erfasst das OCR täglich und erzielt dabei eine Erkennungsrate von bis zu 70%. Dank dieser ausgereiften Technik gelangen auch die Pakete von Privatkunden schnell, zielsicher und ohne großen Mehraufwand rechtzeitig an ihren Bestimmungsort.
Mit der von Vitronic Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH entwickelten Volumenmessung hat Beumer einen weiteren Meilenstein zur Optimierung des innerbetrieblichen Materialflusses gesetzt: Erstmalig wird bei Hermes in Hückelhoven die geeichte Volumenmessung in Deutschland auf einem Kippschalensorter angewandt.
Volumen der Sendungen wird automatisch erfasst
Von jedem Artikel, der sich je nach Größe auf einer oder auf zwei Sorterschalen befindet, wird das Volumen im Durchlauf über ein Lasersystem ermittelt und an den Hermes-Rechner gemeldet. Die Wölbung der Sorterschalen sowie deren im täglichen Betrieb unvermeidbare Höhentoleranzen erkennt und kompensiert das Volumenerfassungssystem automatisch. Auf diese Weise lassen sich die Lieferfahrzeuge besser auslasten und die Tourenplanung optimieren.
Damit ist das System für die Abrechnung der Versandkosten auf Basis des erfassten Volumens zugelassen. Das Volumenerfassungssystem erfüllt alle gesetzlichen Vorschriften für den europaweiten Einsatz und hat von der zuständigen Zulassungsbehörde PTP die Konformitätsbescheinigung erhalten. Von den stündlich maximal verarbeiteten 22000 Sendungen kommen rund 11000 Pakete vom Teleshopping-Unternehmen QVC, die über eine Förderbrücke direkt vom QVC-Versandhaus in den Hermes-Hub eingespeist werden.
Außer der Anlagenqualität und der damit verbundenen Effizienzsteigerung legt die Hermes-Logistik-Gruppe vor allem Wert auf eine hohe Verfügbarkeit. Das neue Sortierzentrum wird täglich mindestens 20 Stunden in mehreren Schichten betrieben. Um Ausfallzeiten von vornherein auszuschließen, verfügen alle wesentlichen Teile der Anlage über Redundanzen. Außer der technischen Ausführung und dem Einbau der Sorter erstellte Beumer auch die übergeordnete Software für das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme und Anlagen.
Thomas Wiesmann ist Vertriebsleiter für den Bereich Sortieren und Verteilen bei der Beumer Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in Beckum.
(ID:258546)