Batterieladegeräte

Immer schön cool bleiben

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Auf der Suche nach einer geeigneteren Lösung entdeckte der Logistik-Verantwortliche bei der Fachmesse Logimat 2013 den Stand von Fronius. Der österreichische Spezialist für innovative Batterieladesysteme hatte da gerade die jüngste Generation seiner Selectiva-Ladegeräte für elektrisch angetriebene Flurförderzeuge vorgestellt. Diese waren mit einer Neuerung ausgestattet: dem eigens entwickelten Ri-Ladeprozess. Dieser minimiert Fronius zufolge nicht nur den Energieverlust beim Ladevorgang und senkt dadurch die Stromkosten sowie den CO2-Ausstoß, sondern erhöht durch seine besonders kühle Ladung die Lebensdauer der Batterien. „Eine neue Technologie, die nicht nur energieeffizienter, sondern auch schonender ist – da wurde ich natürlich sofort hellhörig“, erinnert sich Gürtler, der beim Fronius-Vertrieb umgehend nach einem Testgerät fragte.

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Erfolgreiche Testläufe

Mitte 2013 startete Big Dutchman erste Tests mit den Selectiva-Ladegeräten. „Unsere selbst durchgeführten Messungen ergaben, dass die Fronius-Geräte die Batterien wesentlich kühler laden und der Energieaufwand deutlich geringer ist“, zeigt sich Gürtler beeindruckt. Das Geheimnis für diese Verbesserung liegt im Ri-Ladeprozess: Anders als bei herkömmlichen Technologien folgt der Ladevorgang hier keiner Standard-Kennlinie. Der Ladestrom ergibt sich vielmehr aus dem Innenwiderstand (Ri) der Batterie, der wiederum von deren Alter, Temperatur und Ladezustand abhängig ist. „Damit ist jeder Zyklus ein Unikat mit einer individuellen Kennlinie“, erläutert Stefan Rasche, Fachberater für Batterieladesysteme bei Fronius. „Die Überladung, die sowohl für einen hohen Energieverlust wie auch für die schädliche Erwärmung der Batterie sorgt, lässt sich so auf ein Minimum reduzieren.“ Für den Betreiber hat dieses System zwei wesentliche Vorteile: Es erhöht die Energieeffizienz beim Laden, senkt dadurch die Stromkosten, und verlängert gleichzeitig die Lebensdauer der Batterie. Nachdem die Selectiva-Geräte auch im direkten Vergleich mit anderen HF-Ladesystemen die besten Ergebnisse lieferten, entschied sich Big Dutchman, mit Fronius zusammenzuarbeiten.

Batterien mit Spannung von 12 bis 80 V können geladen werden

Im Februar 2014 nahm das Unternehmen die erste Ladestation mit 21 Geräten vom Typ Selectiva 8120 in Betrieb. Rund die Hälfte der 88 Antriebsbatterien, die in dem Logistikzentrum in Vechta im Einsatz sind, wird hier geladen. Jedes Gerät verfügt über eine Leistung von 8 kW und ist für Batterien mit einer Spannung von 12 bis 80 V geeignet. „Das ist für unsere Mitarbeiter eine große Erleichterung und verhindert Fehler – denn sie müssen sich keine Gedanken machen, welche Batterie sie an welches Ladegerät hängen“, freut sich Gürtler über so viel Flexibilität. Und auch ein weiteres Produktfeature macht es den Lagermitarbeitern einfacher: Ein gut sichtbarer LED-Streifen auf jedem Ladegerät zeigt auf einen Blick den Zustand der angehängten Batterie an. „Orange bedeutet, dass die Ladung läuft, bei grün ist die Batterie vollgeladen, und blau signalisiert: die Batterie ist abgekühlt und damit einsatzbereit“, erklärt Rasche. Über eine minutengenaue Anzeige im Display der Ladegeräte lässt sich zudem feststellen, welche Batterie am längsten vollgeladen ist. „Das verbessert die Auslastung des Batteriepools und wirkt sich ebenfalls positiv auf die Lebenserwartung aus“, betont Rasche.

Weitere Ladestationen werden geplant

Die Verantwortlichen bei Big Dutchman sind mit den Fronius-Ladegeräten hochzufrieden: „Die Leistung und Verfügbarkeit aller Batterien – auch der alten – haben sich deutlich verbessert“, berichtet Gürtler. „Auch Störungen und Stillstandzeiten wegen defekter Batterien sind seltener geworden.“ Um die Auswirkungen des Systemwechsels auf die Gesamt-Betriebskosten zu erkennen, sei es in dieser Phase noch zu früh. Big Dutchman rechnet jedoch mit einer wesentlich längeren Lebensdauer der Antriebsbatterien. „Bei Anschaffungskosten von durchschnittlich rund 4000 Euro pro Stück ist das natürlich ein erhebliches Einsparpotenzial“, hofft Gürtler. Sollte sich die Fronius-Technik auch weiterhin so überzeugend bewähren, seien weitere Anschaffungen nur eine Frage der Zeit, berichtet der Logistik-Manager: „Geplant ist, eine weitere Ladestation hier in Vechta mit Fronius-Geräten auszustatten, aber auch unser Logistikzentrum in Kuala Lumpur.“ Von dort bedient Big Dutchman seine Kunden in Südostasien.

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