Lieferketten Interkontinentale Container über Rotterdam nur noch per Secure Chain

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Im größten Überseehafen Europas, dem Port of Rotterdam, sind inzwischen alle betrugsanfälligen Pincodes für interkontinentale Importcontainer eingestellt worden. Auch Fernost und Ozeanien sind jetzt an die Secure Chain angeschlossen.

Eine der wichtigsten Maßnahmen der Secure Chain, einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Behörden, ist die sichere, vertrauenswürdige Freigabe und Abholung von Importcontainern in den niederländischen Häfen.(Bild:  Vertrouwensketen)
Eine der wichtigsten Maßnahmen der Secure Chain, einer Kooperation zwischen Wirtschaft und Behörden, ist die sichere, vertrauenswürdige Freigabe und Abholung von Importcontainern in den niederländischen Häfen.
(Bild: Vertrouwensketen)

Deep-Sea-Reedereien und ihre Schiffsmakler geben für Container, die aus Fernost und Ozeanien kommen, keine betrugsanfälligen Pincodes mehr heraus. Von jetzt an wird im Hafen von Rotterdam sämtliche intercontinentale Containerfracht über die Secure Chain abgewickelt. Wie der Hafen mitteilt, ist die Abholung der Container an den Tiefseeterminals nur noch über die neue, sichere und zuverlässige Weise möglich. Mitte März 2025 wären bereits gut 1,1 Millionen Container über die Secure Chain freigegeben worden. Die Secure Chain trage nachweislich zu einer widerstandsfähigeren Hafenlogistik bei, wie es aus Rotterdam heißt.

Ich kann das Fazit ziehen, dass durch diese Maßnahme der Hafen wesentlich sicherer geworden ist.

Jan Janse, Leiter der Seehafenpolizei

Aber was genau versteht man unter der Secure Chain? In der „sicheren Kette“ geben alle beteiligten Parteien das Recht, einen Container im Hafen abzuholen, digital und sicher aneinander weiter – von der Reederei bis zu ihrem Kunden (dem Verlader oder Spediteur) eventuell über einen ausführenden Spediteur bis letztendlich zum Transportunternehmen. In der so entstehenden geschlossenen Kette befinden sich nur bekannte, vertrauenswürdige Parteien. Eine weitere Folge: Die zuvor in der Logistikkette häufig breit verteilten (relativ unsicheren) E-Mails mit Pincodes gehören der Vergangenheit an. Nur ein über die Secure Chain autorisiertes Fuhrunternehmen oder ein Binnenschifffahrts- beziehungsweise Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) kann einen Container vom Terminal abholen.

Alle Fahrgebiete nach und nach angeschlossen

Die aktuell abgeschlossene Einführung der Secure Chain für Fernost und Ozeanien folgt auf die im vergangenen Jahr stattgefundene Umstellung für Container aus Lateinamerika (31. März 2024), Nordamerika (1. Juli 2024) und Afrika, Mittlerer Osten, Indien und Pakistan (1. Oktober 2024). Wie es aus Rotterdam verlautet, beginnt demnächst die letzte Phase. Die Deep-Sea-Reedereien/Schiffsmakler konzentrieren sich dabei auf die verbleibende Containerladung, für die sie selbst die Freigabe erteilen. Zudem startet das Roll-out der Secure Chain für Kunden der größten deutschen Reederei Hapag-Lloyd. Die Hamburger haben 2022 die Ausgabe von Pincodes eingestellt und arbeiten seitdem per Secure Container Release. Um in Rotterdam ein einheitliches Vorgehen für die sichere und zuverlässige Freigabe von Importcontainern zu bekommen, verknüpft Hapag-Lloyd diese Plattform jetzt mit der Secure Chain.

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