Cloud Computing

IT-Logistik: Wolkenflug mit klarem Kompass

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Erste Lernprojekte mit den Unternehmen Continental Reifen Deutschland, ABH Stromschienen und PSI Logistics widmen sich nun der Umsetzung von Logistikkonzepten in der Wolke, wobei das Augenmerk auf flexiblen Lösungsbausteinen zur operativen Planung in übergreifenden Produktionsnetzwerken liegt. Dabei kommt es auf alle Partner in der Wertschöpfungskette an, um die Konfiguration erfolgreich zu bewältigen.

Dabei sei gerade mit Blick auf flexible und skalierbare Funktionalitäten entscheidend, dass jede Applikation gemäß ihrer Auslegung und Situation in der logistischen Abwicklung transparent agiere, skizziert Christian Rybak, Geschäftsführer der Logata GmbH. Das Unternehmen ist ein in Bocholt angesiedelter mittelständischer Logistikdienstleister, der als Betreiber für die „Logistics Mall“ verantwortlich zeichnet.

IT-Beratungshaus Logata managt die Logistics Mall

„Diese Faktoren lassen sich einfacher steuern, indem Unternehmen die Anwendungen beziehungsweise Applikationen nicht zentral am Standort, sondern direkt aus einer dezentralen Wolke beziehen“, betont der Experte. Durch die via Cloud gesteuerten Logistikprozesse lässt sich nach Auffassung von Logata vor allem die hohe Kapitalbindung bei der Anschaffung von Software deutlich reduzieren.

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Einheitliches Gesamtbild
Logistics Mall trimmt Prozesse auf Höchstleistung

Betrieben wird die Plattform Logistics Mall von der Logata GmbH, die auch den technischen Support bereitstellt. Die Logistics Mall vereint die einzelnen internetbasierten Serviceleistungen unter einem Dach, sodass IaaS, PaaS und SaaS nicht ausgelagerte Elemente darstellen, sondern ein einheitliches Konstrukt bilden. Somit lassen sich flexible Gestaltungen von Softwareapplikationen erreichen, die zusammen mit ihrer Basis die IT-Infrastruktur deutlich dynamischer gestalten.

Dabei lassen sich Hardwarekomponenten je nach Bedarf hinzufügen, aufstocken oder in vernetzten Umgebungen implementieren beziehungsweise dementsprechend migrieren. Auf der Basis von variablen und flexiblen Hard- und Softwarekomponenten hebt sich die Logistics Mall somit von starren Strukturen ab – und legt demgegenüber den Schwerpunkt auf frei konfigurierbare sowie skalierbare Services.

In der Logistics Mall verfolgen Experten außerdem den Gedanken, sowohl ganzheitliche Prozessstrukturen in der Softwarewolke aufzubauen als auch einzelne Anwendungen weiterzuentwickeln. Dadurch sollen einzelne Applikationen und Services sich miteinander zu einer möglichst vollständigen Prozesskette verbinden.

Praktisches Beispiel: ein logistischer Standort, der seine Office-Applikationen via Cloud Computing nutzt, etwa die Lagerverwaltung mit dem eingebundenen Transportmanagement-System, das prozessübergreifende ERP-System sowie zahlreiche weitere für seinen Betrieb notwendige Applikationen.

Dazu gehören auch Updates, Support sowie die damit verbundenen Personalressourcen, die etwa für die Betreuung der notwendigen Hard- und Software erforderlich sind. All dies lässt sich somit aktuell und transparent aus der Cloud beziehen: „Sowohl die Software und Anwendungen als auch die Prozesse sowie physikalischen Dienstleistungen sind frei konfigurierbar, passgenau und nach individuellen Bedürfnissen gestaltbar“, bilanziert Rybak.

Gerade im Bereich Software as a Service für die Logistik (Logistics as a Service) liegt die Zielgruppe ohnehin bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Denn dort ist laut Deutsche Bank Research meist eine sehr heterogen gewachsene IT-Infrastruktur vorhanden. Hier seien Public-Cloud-Lösungen ein idealer Ausweg, um Anforderungen wie die gestiegene mobile Verfügbarkeit oder die Abfederung von Lastspitzen produktiv zu unterstützen.

Cloud Computing vor allem für kleinere IT-Abteilungen interessant

„Wir streben nicht primär die Virtualisierung großer Softwaresysteme an, sondern sehen das Potenzial besonders dort, wo es nur kleine IT-Abteilungen gibt und Teilprozesse mit kleinen Softwarebausteinen aus der Cloud besser und schneller abgewickelt werden können“, gibt Expertin Klingebiel vom Fraunhofer-IML zu bedenken. Gebremst wird die Entwicklung indes noch vom Thema Datenschutz und den damit verbundenen Bedenken auf der Anwenderseite. Welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen notwendig sind, definiert Klingebiel wie folgt: Um die mentale Schwelle der Unternehmen zu überwinden, sei einerseits mehr Information notwendig, andererseits gelte es, die offenen rechtlichen Fragestellungen in der Handhabung der betrieblichen Daten verlässlich zu klären.

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Praxistipps: Lohnt sich Logistik „aus der Wolke“?

Dazu sollten Anwender die notwendigen Komponenten miteinander vergleichen, die sowohl lokal auf dem Firmenrechner als auch aus der Cloud für eine logistische Umsetzung wie ein neues Warenwirtschaftssystem bezogen werden müssen. Kumuliert man die Kostenblöcke von Hard- und Software (Server, Lizenzen, Anpassung der Schnittstellen), Einführungskosten (Pflichtenhefte, Schulungen, Migrationen und Tests), Wartungs- und Personalaufwand sowie die Nutzungsgebühren, gehen Experten von einer Einsparung von 30 bis 60 % gegenüber dem klassischen IT-Betrieb aus.

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