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Das Fraunhofer-IML verfolgt dazu einen übergreifenden Ansatz in den einzelnen Teilprojekten, der auf einer Standardisierung von Schnittstellen (Business Objects) und der Bereitstellung von Services für logistische Teilfunktionen aufbaut. Die Forscher setzen hier mit Softwarebausteinen den Hebel an, bei spezifischen logistischen Teilprozessen wie der RFID-gestützten Erfassung oder beim Standardreporting sowie bei Planungsteilprozessen.
Platform oder Infrastructure as a Service spielen in Zukunft eine wichtige Rolle
Gerade kleineren Unternehmen machen die Projektforscher vom Fraunhofer-IML Mut: „Geringer Initialinvest, schneller Zugang zu professionellen Services und geringer Pflegebedarf“, gibt Klingebiel zu bedenken. Im Klartext: Je stärker die Software spezifisch ist oder individualisiert werden muss, desto weniger eignet sich der Einsatz von in Grenzen parametrisierbarer Standardsoftware über die Cloud.
Eine gewichtige Rolle spielen künftig zweifellos alternative Konzepte wie Platform as a Service oder Infrastructure as a Service. In der Regel entwickeln große Unternehmen zunächst eigene Anwendungen in der privaten Wolke (Private Cloud) und greifen weniger auf externe Angebote zurück.
Software as a Service erleichtert Spezialanwendungen
Außerdem lässt sich Software as a Service für bislang softwareseitig nicht ausreichend abgedeckte Nischenprobleme nutzen. „Hier lösen Standardsoftwareangebote über die Cloud dann zum Beispiel auch Papierprozesse ab“, bilanziert die Expertin vom Fraunhofer-IML. Zusätzlichen Rückenwind erhalten die Praktiker von ersten Pilotvorhaben aus der Logistikbranche. Ein erstes vollständiges Produkt auf Basis von SaaS stellt etwa das vom Mobilitätsspezialisten PTV AG entwickelte Map&Guide Internet dar. Das Werkzeug unterstützt Transportunternehmen bei der Angebotskalkulation, indem es die exakten Transportkosten inklusive Maut, Benzinverbrauch und Arbeitszeit ermittelt.
Darüber hinaus berücksichtigt der Transportroutenplaner die relevanten Gefahrgutvorschriften sowie Lenk- und Ruhezeiten. Das Werkzeug verfügt auch über eine TÜV-zertifizierte Schnittstelle, um die CO2-Emissionsberechnung einschließlich der Ausgleichszertifikate aus dem Handel abzuwickeln. „Das erhöht die betriebliche Effizienz durch Reihenfolgeoptimierung innerhalb einer Tour oder die Rückladungssuche in Online-Frachtenbörsen“, unterstreicht Frank Felten, Vice President Product Management Logistics bei PTV.
Laut Einschätzung von PTV soll es dabei aber nicht bleiben: „Wir haben zahlreiche Anfragen von anderen Softwareunternehmen, die in diesem Produkt steckenden Funktionalitäten auch als Entwickler-Schnittstellen in der Cloud anzubieten.“ Erschließen möchte PTV zudem den Bereich der „echten Tourenoptimierung“: Neben der Routen- und Kostenplanung soll auch das Verteilen großer Auftragsmengen künftig in der Wolke geschehen.
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