Lagertechnik

Keine Angst vorm E-Commerce

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Im Gegensatz zu den meisten Bereichen des Handels konnte sich der stationäre Handel in der Nahrungsmittel-Branche bisher noch behaupten. Allerdings sieht Winkler in der Zukunft auch hier große Veränderungen. Dabei geht es nicht zwingen nur um die Direktbelieferung der Kunden, die aufgrund der Verderblichkeit der Ware häufig sehr kompliziert ist, sondern auch um Alternative Konzepte wie Drive, Pick-up-Point oder Darkstore, die international zum Teil schon sehr erfolgreich sind. Hier soll das Food Multi Channel (FMC)-Konzept greifen, das eine Vielzahl von Strategien und Funktionalitäten umfasst, um die Vertriebswege im Lebensmitteleinzelhandel effizient und wirtschaftlich mit Ware zu versorgen.

Zentrales Umpacken und Entsorgung des Verpackungsmaterials

Ein Teil dieses Konzepts ist das Drive Darkstore System (DDS), eine automatisierte Lösung die sowohl für Verteilerpunkte (Drive, Darkstore, Pick-up-Point), als auch für die Selbstabholung oder die Lieferung von online bestellten Lebensmitteln direkt nach Hause geeignet ist. Hier werden die Einzelartikel zentral für mehrere Drives oder Darkstores in Behälter umgepackt. Sämtliche Verpackungsabfälle werden hierbei bereits entsorgt. Anschließend werden die Behälter automatisch auf Paletten gestapelt und zum Drive oder Darkstore transportiert. Dort angekommen erfolgen die Depalettierung und Einlagerung in ein automatisches Behälterlager. Um das komplette Artikelsortiment – Trocken, Frische, Obst und Gemüse, Tiefkühl – platzsparend lagern zu können, ist das AKL in unterschiedliche Temperaturzonen aufgeteilt und modular an die Größe und den Durchsatz jedes einzelnen Drives bzw. Darkstore individuell angepasst.

Kleinere Fläche - optimierte Supply Chain

Die Kommissionierung von Langsamläufern wird nach dem Prinzip „Ware zum Mann“ umgesetzt und Regalbediengeräte befördern die Lagerbehälter sequenziert an die Arbeitsplätze. Bei Schnellläufern erfolgt die Kommissionierung direkt von der Lagerpalette auf ein spezielles Pick Rack, das auf einem Flurförderzeug transportiert wird. Zu den Vorteilen des Systems für den Kunden zählen laut Witron die kurzen Wartezeiten und die flexibleren Abholzeiten. Für die Unternehmen soll es zu einem 60 % geringeren Mitarbeiterbedarf führen und gleichzeitig einen höheren Durchsatz ermöglichen. Auch die benötigte Fläche soll kleiner werden während die Supply Chain optimiert wird.

Modulares System für Frische- und Getränke-Logistik

Neben diesem Konzept stellte Witron auch eine technische Neuerung für den Frischebereich vor. Das Box Order System (BOS) hat das Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem spanischen Lebensmitteleinzelhändler Mercadona entwickelt. BOS ist modular aufgebaut und jedes Modul besteht aus einem Nachschub-Regalbediengerät und vier Kommissionier-Regalbediengeräten, den sogenannten Box Picking Machines (BPM). Nach dem der Wareneingang erfolgt ist, werden die sortenreinen Boxstapel bei diesem System zunächst von der WE-Palette getrennt. Die Nachschub-RBGs lagern anschließend die Behälterstapel direkt in die Pickfront ein. Die filialgerechte Kommissionierung der Behälter erfolgt dabei direkt durch das neuentwickelte BPM-Regalbediengerät, so Witron.

Klammern anstatt ausheben

Das BPM wurde so konstruiert, dass seine Leichtbau-Teleskopgabel die Behälter bzw. Behälterstapel nicht aushebt, sondern klammert. Das hat den Experten zufolge den Vorteil, dass nicht nur einzelne Kisten, sondern auch eine am Kundenauftrag ausgerichtete Anzahl von Ladungsträgern flexibel aus dem Regal entnommen und während der Fahrt zur nächsten Pickposition direkt durch das Regalbediengerät fehlerfrei zu filialgerechten Einheiten zusammengeführt werden kann. Abschließend werden die so gebildeten Versandeinheiten automatisch palettiert, folienumwickelt und als Doppelstockpaletten just-in-time zur Auslieferung im Versandbereich bereitgestellt.

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