DHL-Zukunftsstudie

Logistiker wagen den Blick in die Glaskugel

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4. Szenario: Jeder kocht sein eigenes Süppchen

In dieser Welt ist die Globalisierung - ausgelöst durch wirtschaftliche Not und im Zuge eines ausgeprägten Nationalismus und Protektionismus – wieder rückgängig gemacht worden. Die Ressourcen sind knapp, die technische Entwicklung stagniert, die Volkswirtschaften straucheln. Die globalen Handelsvolumina sind zurückgegangen. Der Handel leidet aufgrund von unzureichenden Investitionen in den Ausbau und die Instandhaltung der Infrastruktur.

Der durchschnittliche Transportweg verkürzt sich. Die Seefracht verliert an Bedeutung. Die Bedeutung des regionalen Straßen- und Schienentransports hingegen nimmt zu. Die kürzeren und weniger komplexen regionalen Lieferketten mindern den Bedarf für ausgefeilte Logistiklösungen. Was viele als „Entwertung der Logistikindustrie“ bezeichnen, führt zu einem Rückgang der individualisierten Lösungen und zunehmend zu standardisierten Serviceleistungen. Starke regionale Anbieter entstehen.

5. Szenario: Infrastruktur ist gefragt

In dieser Welt wird zunächst durch eine günstige, automatisierte Produktion der Konsum angekurbelt. Die im Zuge des schneller fortschreitenden Klimawandels gehäuft auftretenden Katastrophen haben jedoch zu Störungen in den gestrafften Produktionsstrukturen und dadurch zu Lieferengpässen bei einer Vielzahl von Produkten geführt.

Im Mittelpunkt des neuen ökonomischen Paradigmas steht daher nicht mehr die Effizienzmaximierung, sondern die Reduzierung der Schwachpunkte und die Schaffung robuster Strukturen. Die sicherheitsbewusste Welt des Jahres 2050 mit ihren regionalen Handelsstrukturen braucht Logistikanbieter, die vor allem die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Eine leistungsstarke Reserveinfrastruktur garantiert auch in instabilen Zeiten eine zuverlässige Transportabwicklung. Allerdings sind Reservekapazitäten kapitalintensiv und stehen im Widerspruch zur CO2-Minderung.

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