Palettenlogistik

Möbelriese Ikea schwört der Holzpalette ab

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Der Unternehmer streift mit seiner Aussage einen durchaus wichtigen Aspekt, denn die Billy-Spezialisten setzten in ihren Filialen immer neue Paletten ein. „Ikea ist es wichtig, dass die Kunden nicht mit verschmutzten oder abgenutzten Paletten in Kontakt kommen. Allein aus diesem ästhetischen Grund gibt das Unternehmen viel mehr Geld aus als andere“, weiß der Pooling-Manager Nether. Er und sein Unternehmen investieren aber gegenwärtig nicht in eine Papppalette für den Markt.

Möbelindustrie muss Geld in die Hand nehmen

Geld in die Hand nehmen muss dafür die Möbelindustrie. Die Zulieferer von Ikea sind von der Entscheidung weitaus mehr betroffen als die Kunden. Die Ikea-Partner müssen ihre Logistik- und Lagerprozesse auf die Papppaletten umstellen. Das erfordert Investitionen in die Intralogistiklandschaft, denn die bisherigen Fördertechnikstrecken oder Hochregallager sind nicht immer auf die neuen Ladungsträger ausgelegt. Martin Kiesbye vom Verpackungstechnikhersteller ETT aus Moringen-Fredelsloh wusste schon früher von der Ikea-Strategie, denn sein Kunde forderte neue Roboterzellen. „Wir haben für einen Lieferanten zwei Roboteranlagen für die Produktion der Papppaletten hergestellt und vergangenes Jahr geliefert“, erklärt der Verpackungsexperte.

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Ikea beteiligte sich an den Kosten für die Umbauten

Der Roboter, ein Yaskawa Motoman, ist dabei ein Serienprodukt. Die Zelle ist speziell für die Ikea-Anforderungen konzipiert worden. „Unser System kann Paletten mit Verstärkungen, unterschiedlichen Grundflächen und Füßen zusammenbauen“, berichtet Kiesbye. Sein Kunde musste einen erheblichen Umbauaufwand leisten, weiß der Niedersachse.

Doch die Schweden hätten sich bei den Investitionen beteiligt, heißt es in der Branche. Ikea weiß, was die Umstellung kostet, denn der Möbelriese will selber 90 Mio. Euro in neue Gabelstapler und in den Papierkauf investieren.

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