Palettenlogistik

Möbelriese Ikea schwört der Holzpalette ab

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Bernd Maienschein

Ikea setzt in seinen Märkten Papp- anstatt Holzpaletten ein und will Transporte effizienter gestalten und Kosten einsparen. (Bild: Ikea)
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Ikea setzt in seinen Märkten Papp- anstatt Holzpaletten ein und will Transporte effizienter gestalten und Kosten einsparen. (Bild: Ikea)

Der Möbelriese Ikea setzt in Zukunft Paletten aus Pappe ein. Die Skandinavier versprechen sich effizientere Transporte und geringere Kosten. Für die Kunden ändert sich wohl wenig. Die Zulieferer der Nordeuropäer müssen allerdings auch ihre Fördertechnikanlagen an das neue Packmittel anpassen.

Die spannendsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. Die interessantesten davon liest man meistens versteckt in der Meldungsleiste der Wirtschaftsblätter und Zeitschriften oder mittlerweile in Blogs und Tweets. So wie im Spätherbst 2011 bei Bloomberg: Die US-Amerikaner berichteten, dass der schwedische Möbelriese Ikea sich von seinen Holzpaletten verabschiedet und in Zukunft nur noch Papppaletten einsetzen will.

Die Meldung schlug auch in Deutschland ein und die Branche fragt sich seitdem: Was versprechen sich die Skandinavier von dem Schritt und wer folgt dem Beispiel aus dem Norden? So ganz wissen die Ikea-Verantwortlichen das anscheinend selber auch noch nicht.

Papppaletten sollen Transportkosten sparen und die Umwelt entlasten

„Wir wissen nicht, ob die Papplösung die ultimative Lösung ist, aber sie ist besser als Holz“, erklärte Jeanette Skjelmose, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Ikea, die 140 Mio. Euro pro Jahr sparen will. Das Möbelhaus nutzt jährlich rund 10 Mio. Paletten und mit den neuen Papppaletten wollen die Verantwortlichen ab diesem Januar 10% der Transportkosten sparen und die Umwelt entlasten. „Aus Umweltgesichtspunkten sind Papppaletten besser als Holzpaletten“, bestätigt Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Bode von der Hochschule Osnabrück die Strategie der Schweden.

Und auch Martin Nether vom Poolinganbieter Chep kann einen ökologischen Vorteil erkennen: „Produkte aus natürlichen Materialien stellen eine sehr umweltfreundliche Lösung dar. Auf der einen Seite können sie recycelt werden. Auf der anderen Seite macht die Entsorgung kaum Probleme, weil das Material immens schnell verrottet.“ Außerdem sei die Entsorgung der Papppalette leichter, weiß der Pooling-Experte.

Experten uneins: einfache oder aufwendige Entsorgung?

Das Material könne man beispielsweise einfacher verbrennen als Holz, so Nether. Trotzdem: Von seiner Holzpalette will er sich nicht abbringen lassen. „Holz- und Plastikpaletten weisen eine längere Haltbarkeit auf und sind somit sehr viel öfter einsetzbar.“ Den Vorteil der schnelle Entsorgung der Papppaletten kann Reiner Niklasch nicht erkennen. „Die Entsorgung ist sehr zeitaufwendig“, berichtet der erfahrene Industriemeister Lagerwirtschaft.

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