Digitaler Tachograph Ab 1. Juli weniger Fahrzeuge, längere Laufzeiten und höhere Preise?

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

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Mit ihrem Mobilitätspaket I weitet die Europäische Union (EU) zum 1. Juli 2026 die Pflicht zum digitalen Fahrtenschreiber auf Transporter zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen aus – sobald sie grenzüberschreitend oder in der Kabotage eingesetzt werden.

Infografik zur neuen Tachopflicht ab dem 1. Juli 2026 für Fahrzeuge über 2,5 Tonnen.(Bild:  Zipmend)
Infografik zur neuen Tachopflicht ab dem 1. Juli 2026 für Fahrzeuge über 2,5 Tonnen.
(Bild: Zipmend)

Ab Jahresmitte gelten für die leichte Nutzfahrzeugklasse erstmals Regeln, die bisher dem schweren Güterverkehr vorbehalten waren. Beispielweise muss ein intelligenter Fahrtenschreiber der zweiten Generation eingebaut sein, die Lenk- und Ruhezeiten müssen eingehalten werden und, je nach Einsatz, es gilt die Entsendepflichten für Fahrer (aus dem Ausland). Rein national eingesetzte Fahrer bleiben allerdings außerhalb des Geltungsbereichs der neuen Vorschriften. Das Problem: Nach Ansicht von Zipmend ist die Branche darauf überwiegend noch nicht vorbereitet. Einer Umfrage der International Road Transport Union zufolge müssten knapp neun von zehn betroffenen Fahrzeugen noch nachgerüstet werden; nur gut ein Viertel der Unternehmen sehe sich zum Stichtag vollständig vorbereitet. Als Hürden nennen die Betriebe vor allem knappe Werkstattkapazitäten, die Einbaukosten und offene Fragen zur Technik.

Ein Teil der Anbieter rüstet um, ein Teil weicht auf andere Fahrzeuggrößen aus, ein Teil hört auf. Unterm Strich wird die verfügbare Kapazität kleiner.

Timm Trede, Geschäftsführer bei Zipmend

Nach Auffassung von Zipmend hat diese Entwicklung für die Preise absehbare Folgen: Pflichtpausen und Ruhezeiten senken die Kilometer, die ein Transporter täglich legal zurücklegen kann – die Fixkosten verteilen sich auf weniger Strecke.

Kleinere könnten aus dem Markt ausscheiden

In einer Umfrage von Trans.eu unter Mitgliedern des Logistikverbands Arilog rechnen, wie Zipmend angibt, drei Viertel der Befragten mit einem deutlichen Anstieg der Kosten pro Kilometer, und alle befragten Unternehmen planen, ihre Raten zu erhöhen. Die Hälfte erwartet zudem spürbar längere Laufzeiten auf den internationalen Strecken. Zugleich erwarten sie, und das ist existenziell, dass kleinere Anbieter, die die Investitionen nicht stemmen, aus dem Markt ausscheiden.

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