Lagerstrukturen
Omnichannel-Logistik braucht mehr als Automatisierung

Von Axel Becker * 5 min Lesedauer

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Flexibilität und die intelligente Steuerung unterschiedlicher Auftragsstrukturen werden zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Unterschiedlichsten Auftragsstrukturen muss flexibel, wirtschaftlich und intelligent begegnet werden.

Omnichannel-Logistik gilt als neues Ideal moderner Supply Chains. Aber viele Logistikzentren sind auf die gleichzeitige Bedienung von Großhandel, Filialgeschäft und E-Commerce gar nicht vorbereitet.(Bild: ©  Parradee - stock.adobe.com)
Omnichannel-Logistik gilt als neues Ideal moderner Supply Chains. Aber viele Logistikzentren sind auf die gleichzeitige Bedienung von Großhandel, Filialgeschäft und E-Commerce gar nicht vorbereitet.
(Bild: © Parradee - stock.adobe.com)

Ein neues Logistikzentrum geht in Betrieb: Die Fördertechnik läuft störungsfrei, das automatische Kleinteilelager (AKL) erreicht die geplanten Leistungen, fahrerlose Transportsysteme (FTS) und Palettierroboter arbeiten zuverlässig. Auf dem Papier stimmt alles, trotzdem häufen sich im Alltag die Ausnahmen: Touren können nicht mehr rechtzeitig zusammengestellt werden, Aufträge werden kurzfristig umpriorisiert, Mitarbeiter greifen mit manuellen Workarounds in automatisierte Prozesse ein und an einzelnen Stellen entstehen plötzlich Engpässe, die während der Planung niemand erwartet hatte.

Die Ursache dafür liegt allerdings in den meisten Fällen nicht an der Technik. Vielmehr hat sich das Geschäft schneller gewandelt als das Logistikzentrum. Neue Vertriebskanäle, zusätzliche Serviceangebote oder veränderte Lieferkonzepte beeinflussen die Rahmenbedingungen und führen dazu, dass eine Anlage deutlich vielfältigere Auftragsstrukturen bewältigen muss als ursprünglich vorgesehen. Kaum ein Logistikzentrum entsteht heute mit dem Ziel, unterschiedlichste Vertriebskanäle gleichzeitig über eine gemeinsame Infrastruktur abwickeln zu können. Geplant wird meistens für die Anforderungen der Gegenwart. Erst im Laufe der Jahre kommen dann neue Vertriebskanäle, veränderte Kundenanforderungen und zusätzliche Geschäftsmodelle hinzu. So wird aus einem klassischen Distributionszentrum schrittweise ein Omnichannel-Logistikzentrum. Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung.