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Meister und Teamleiter müssen die Abläufe vorleben
Die zweite Stufe nahmen Meinert und seine Mannschaft, indem sie die Teams reorganisierten und die Motivation der Mitarbeiter erhöhten. Dieser Schritt war noch entscheidender als die physischen Veränderungen. Eine Basis für diese Veränderung war das Wachstum am Standort: Dadurch war es den Prozessexperten möglich, kurzfristig neue Führungsstrukturen bei den Meistern und Teamleitern zu etablieren und auch neue, branchenfremde Facharbeiter einzustellen, um neue Impulse zu setzen.
Das Kernprinzip im Führungsteam: viel vor Ort zu sein und die Mitarbeiter einzubinden. Hierfür wurde unter anderem ein neues Shopfloormanagement implementiert. Ein wichtiges Element war dabei, die Anzahl großer, langwieriger KVP-Projekte oder Workshops zu reduzieren und dafür das sogenannte „KVP im Kleinen“ zu stärken. Beispielsweise wurde eine tägliche Runde ins Leben gerufen, in der die Mitarbeiter Probleme in ihrem Arbeitsablauf identifizierten und moderiert durch den Meister, Lösungen erarbeiteten und eigenständig umsetzen.
Reges Vorschlagswesen
Allein dieser Ansatz unterscheidet sich noch nicht wesentlich von der klassischen Teamarbeit. Neu war hingegen, dass die Meister anfangs durch die KVP-Trainer zum Multiplikator ausgebildet wurden und es nun täglich eine 15-minütige Runde in der Logistik gibt, in der Meister und Teamleiter der Leitungsebene die Abarbeitung der Aufgaben vorstellen.
Diese zusätzliche Präsenz und das gezeigte Interesse der Führung wirkte sich sehr positiv auf die Motivation und Förderung der Mitarbeiter aus. Die gute Resonanz zeigt sich unter anderem in der Vielzahl von eingereichten, effizienzsteigernden Verbesserungsideen: Mehr als zwei Vorschläge pro Mitarbeiter im Jahr sind keine Seltenheit.
JIT-Philosophie erscheint schwer darstellbar
Meinert und seine Kollegen mussten im Vorfeld Kritik abwehren, denn eine JIT-Philosophie in der Triebwerksinstandhaltung einzuführen, schien für einige Experten schwer darstellbar.
Doch mit Phantasie, einem veränderungsbereiten Team und Einsatz hat es geklappt. Den nächsten Schritt, eine Just-in-Sequence-Produktion, würde der Logistiker derzeit aber wohl kaum wagen. Er hat zunächst eine weitere Herausforderung vor sich: die Vereinheitlichung der Systemlandschaft.
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