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Materialfluss Neues Flugziel bei MTU-Tochter: operative Exzellenz

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Jürgen Schreier

Die Berliner Instandhaltungsspezialisten vom Triebwerkbauer MTU haben in den vergangenen Monaten ihre Logistik optimiert. Treiber des Projekts waren die Einführung eines neuen, getakteten Produktionssystems und ein starker Zuwachs bei den Stückzahlen. Ein Automobillogistiker nahm die Herausforderung an.

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Bei der Instandhaltung von Triebwerken ist volle Konzentration gefragt. Die Mitarbeiter sind hochqualifiziert.
Bei der Instandhaltung von Triebwerken ist volle Konzentration gefragt. Die Mitarbeiter sind hochqualifiziert.
(Bild: MTU)

Als Andreas Meinert das erste Mal die Hallen der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg, einer Instandhaltungstochter der MTU Aero Engines, betrat, kam der bisherige Automobillogistiker aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zum Teil mehr als mannshohe Industriegasturbinen (IGT) reihten sich dort aneinander und zwischen ihnen kletterten die Monteure. Für den das Fließband gewohnten Automotive-Mann eine neue Erfahrung.

Moderne Produktionslogistik stößt auf schwer planbaren Umfängen in der Triebwerkinstandhaltung

Doch Pkw-Motoren, IGT und Luftfahrtantriebe, die auch in Ludwigsfelde instandgehalten werden, haben eines gemeinsam: starke Zuwächse bei den Stückzahlen. Deshalb war die Stellenausschreibung für den neuen Leiter der Standort-Logistik deutlich: die Neuaufstellung der Logistik in einem getakteten Produktionssystem.

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Meinert nahm die Herausforderung an. Dabei musste dem neu aufgestellten Logistik-Team ein anspruchsvoller Spagat glücken: Moderne Methoden aus der Produktionslogistik mussten mit den schwer planbaren Umfängen in der Triebwerkinstandhaltung und ihren hohen Qualitätsanforderungen in Einklang gebracht werden.

Bereits im Bewerbungsgespräch war dem Logistik-Manager schnell klar, dass auf ihn eine anspruchsvolle und zugleich reizvolle Aufgabe warten würde. Die Forderung seiner Chefs: eine Verdopplung der Stückzahlen in kürzester Zeit bei gleichzeitiger Steigerung des Servicelevels. Gestützt werden sollte dieses Vorhaben durch Einführung eines getakteten Produktionssystems, das im Bereich der Montage bereits erste Erfolge zeigte und nun auch auf die logistischen Prozesse ausgerollt werden sollte.

Keine Denkverbote bei der Neuaufstellung der Logistik

Die MTU-Tochter in Ludwigsfelde befand sich bei ihren Prozessen mitten in einem Paradigmenwandel. Das Management hatte sich entschlossen, die speziellen Prozesse in der Instandhaltung von Flugtriebwerken und Industriegasturbinen ohne Denkverbote neu aufzustellen. Von einer klassischen und in der Branche weit verbreiteten, nach dem Push-Prinzip organisierten Werkstattfertigung machten sich die Verantwortlichen auf den Weg hin zu einem getakteten Produktionssystem nach dem Pull-Prinzip, in dem das zuvor Unplanbare planbarer wird und in der auch moderne Logistik-Konzepte wie JIT oder JIS flächendeckend Anwendung finden können.

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