Krantechnik

Papiermaschine gibt den Takt für Krane vor

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Die Haupthubwerke verfügen über stufenlos regelbare Antriebe. Außerdem wird bei Betrieb ohne Last eine höhere Geschwindigkeit erreicht. Durch diese technische Lösung können die Krananlagen effizienter genutzt werden, da die Zeiten für Leerfahrten wesentlich verkürzt werden.

Flexible Krananlagen meistern alle Wartungsaufgaben

Mit zwei weiteren 10-t-Hubwerken verfügen die Krananlagen über die notwendige Flexibilität, um für sämtliche Reparatur- und Wartungsaufgaben gerüstet zu sein. Die beiden Seilzüge der Baureihe DR-Pro sind als Winkelkatzen ausgeführt und verfahren seitlich entlang der Kranträger.

Aufgrund ihrer kompakten Bauweise werden sie für den Ein- und Ausbau von bis zu 10 t schweren Maschinenteilen eingesetzt. Im Gegensatz zu konventionell ausgeführten Unterflanschkatzen, die seitlich an einem separaten I-Profil verfahren, verfügen die Winkelkatzen bauartbedingt über einen wesentlich größeren Hubweg und liefern außerdem bessere Wartungsmöglichkeiten des Hubwerkes und der Katzfahrantriebe.

Sichere Kranfahrt durch Teilautomatisierung

Die PM7 produziert rund 1900 m Papier pro Minute mit einer Breite von 9,6 m. Im Stundentakt nimmt die Krananlage über dem Trockenteil der PM7 die 115 t schweren Volltamboure mit einer Traverse auf und transportiert sie zum Rollenschneider. Um die sich wiederholenden Hub- und Transportvorgänge zuverlässig zu gewährleisten, wurde der Kran mit einer Teilautomatik für das Tambourhandling ausgerüstet.

Dazu verfährt der Bediener die Krananlage per Funksteuerung in die Nähe der definierten Aufnahmepositionen für Volltamboure und betätigt dauerhaft einen Taster. Nun positioniert die Automatik den Kran und die Hauptkatzen auf die exakten Zielkoordinaten und übernimmt selbstständig die folgenden Aktionen:

  • Absenken der Traverse bis zur Zielposition,
  • Einfädelung der Traverse,
  • Überprüfung der sicheren Lastaufnahme an der Traverse,
  • Heben bis zur höchsten Hakenstellung.

Nach der Kranfahrt über einen der beiden Rollenschneider übernimmt die Teilautomatik dort die exakte Zielpositionierung des Volltambours. Nachfolgend werden mit dem Kran die Leer-tamboure aufgenommen und im Tambourspeicher der Maschine abgelegt. Die automatische Höhenkoordination zur Auf- und Abnahmefahrt wird durch lasergesteuerte Entfernungsmessgeräte gewährleistet, die permanent die Positionierung von Kran und Hauptkatzen überwachen.

Der über dem Nassteil der PM7 installierte Prozesskran wurde mit drei unterschiedlichen Lasttraversen geliefert, die für die Aufnahme der verschiedenen Maschinenwalzen dimensioniert wurden. Neben zwei starren Traversen wurde die dritte als motorisch drehbare Variante realisiert. Mit dieser Traverse werden die Formier-, Siebsaug- und Kalanderwalzen zunächst aus der Maschine gehoben und über die Freifläche parallel zur PM7 verfahren, um dort, um 90° gedreht, abgelegt zu werden.

Hans-Ulrich Struck ist Senior Projektmanager Prozesskrane bei Demag Cranes & Components in 58286 Wetter

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