Routenzug

Per Milkrun und Routenzugsystem Leerfahrten deutlich verringern

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Die fünf ehemals in der Hella-Nachserienfertigung eingesetzten Stapler gehören bei der Produktionsversorgung im Milkrun-System der Vergangenheit an. Als Zugmaschinen kommen dagegen vier Schleppfahrzeuge zum Einsatz. Die für die bedarfsgerechte Versorgung der Montagearbeitsplätze erforderlichen Anhängersysteme stammen nach diversen Testfahrten und dem Austausch von Erfahrungen mit anderen Hella-Werken allesamt von dem Intralogistikspezialisten LKE GmbH.

1400 Routenzug-Transportsysteme bei Hella im Einsatz

Etwa 1400 Transportsysteme sind im Werk 1 am Standort Lippstadt mittlerweile im Einsatz. Gitterboxen, Euro- und Industriepaletten werden mit Standard-Plattformwagen vom Typ X in die Produktion befördert. Für die Kleinteile stehen KLT-Etagenwagen zur Verfügung. Den Verbundtransport von Behältern, die der VDA-KLT-Richtlinie entsprechen, erledigen Anhänger der Baureihe Cargo-Liner (Bild 1 – siehe Bildergalerie).

Bildergalerie

Der Vorteil der Cargo-Liner-Anhänger: Auf Trolleys bereitgestellt, lassen sich die Cargo-Liner mit den Behälterstapeln einzeln und von beiden Seiten be- und entladen. Im Vergleich zu der bisher verwendeten Lösung bieten die rollenden Gestelle zusätzlich eine äußerst platzsparende Lösung. Laut den Hella-Projektverantwortlichen hat sich in den Gängen der Fertigungshallen eine Platzersparnis von etwa 600 Europalettenstellplätzen ergeben – eine beträchtliche Fläche, die für die Materialflussplanung perspektivisch einen Produktionsgewinn durch neue Nutzungsmöglichkeiten nach sich zieht.

Routenzug sicher unterwegs mit Länge von 10 m und 3 t Gewicht

Um den Mitarbeitern in der Hella-Nachserienfertigung ein möglichst einfaches und sicheres Handling zu gewährleisten, sind die LKE-Anhänger mit einem leicht zu bedienenden Kupplungs- und Deichselsystem ausgestattet. Punktgenau an der jeweils vorgesehenen Montageposition ist es möglich, jeden beliebigen Wagen eines Zuges auszukuppeln.

Aus ergonomischen Gründen werden im Werk 1 jedoch die Züge so zusammengestellt, dass der erste auszuliefernde Plattformwagen auf der Route an letzter Stelle des Zugsystems angekoppelt wird. Dazu wird die federvorgespannte Deichsel mit dem Fuß heruntergedrückt und der Anhänger mit dem Handgriff aus dem Verbund entnommen (Bild 2). Am jeweiligen Produktionsnest angekommen, sorgt ein ebenfalls mit dem Fuß zu bedienender Stopp an den Rollen dafür, dass der Wagen fixiert wird und so gegen Wegrollen oder unerwünschtes Verschieben gesichert ist.

2,5 m breite Gänge für Routenzug kein Problem

Die Tatsache, dass sich die Routenzüge in der Hella-Nachserienfertigung spurtreu durch die teilweise nur zweieinhalb Meter breiten Gänge der Fertigungshalle bewegen, geht auf ein von der LKE GmbH entwickeltes, virtuelles Kupplungs- und Deichselsystem zurück.

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