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Rüdinger hat für solche Fälle in seiner Umschlaghalle in Krautheim im Hohenlohekreis ein „Transitlager“ eingerichtet, in dem die Produkte bis zum Baustellen-Abruf zwischengelagert werden. Ihre Verweildauer dort reicht von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen. Erst wenn an den jeweiligen Baustellen eingebaut werden kann, bestellt der zuständige JET-Disponent das Montageteam und den Autokran als Ablade- und Montagehilfsmittel und definiert für Rüdinger den Lieferzeitpunkt. Bis 17 Uhr kann er dort die entsprechenden Module für den nächsten Tag abrufen.
Eine Stunde Zeit für die Anlieferung
Die Just-in-time-Anlieferung muss dann in einem einstündigen Zeitfenster erfolgen, damit die Abladung und Montage entsprechend der Planung begonnen werden kann. Jede Lieferverzögerung würde durch die Wartezeiten der Montageteams und des Autokrans zu erheblichen Mehrkosten führen.
Für das pünktliche Eintreffen an den Abladeorten sorgen die Bordcomputer in den Fahrzeugen. Vor der Abfahrt geben die Fahrer die Auftragsnummer und die Zieladresse ein, so dass ein zeitraubendes Straßensuchen, insbesondere in neuen Industrie- und Gewerbegebieten mit noch nicht ausgereifter Straßenbeschilderung, hinfällig wird.
Wenn selbst der Computer das angegebene Ziel nicht orten kann, kann der Fahrer per Knopfdruck an seinem Fahrzeugmonitor telefonischen Kontakt mit dem Montageleiter vor Ort aufnehmen, um sich den Anfahrtsweg erläutern zu lassen.
Ständige Verbindung mit der Firmenzentrale
Während der gesamten Fahrtzeit ist jeder Lkw mit der Firmenzentrale in Krautheim verbunden. Auf einem großen Bildschirm zeigen die Kennzeichen der Fahrzeuge den aktuellen Standort an, da sie alle Viertelstunde automatisch geortet werden. Über eine Spurverfolgung können, im Gegensatz zu der üblichen schnittstellenorientierten Stückgut-Sendungsverfolgung, alle Positionsdaten der Wegstrecke eines Tages transparent gemacht werden.
Den Gewinn der Kunden aus diesem Ortungssystem beschreibt Roland Rüdinger: „Bei einer Nachfrage erhält der Kunde keine lapidare und oft unzufriedenstellende Antwort, sondern wir schalten ihn sofort frei, damit er sich in unser System einklinken kann und gleich selbst sieht, wo sich das Fahrzeug mit seiner Ladung befindet.“
Mehr als eine viertel Million Euro hat Rüdinger investiert, um die über einhundert eigenen Fernverkehrs-Lastzüge mit MDA3-Geräten von der Couplink AG auszurüsten. „Ein voll integriertes System lässt sich nur mit einer eigenen Flotte realisieren, da Subunternehmer nicht gewillt sind, die dafür notwendigen Investitionen zu erbringen“, erklärt der Speditions-Chef.
Zusätzlich sei bei den Mitarbeitern ein durchgängiges Fachwissen über das Handling unverpackter und sehr empfindlicher Produkte notwendig, was nur durch konsequente Schulungsmaßnahmen erreicht werden kann. Für JET-Logistikleiter Matthias Oppermann ist das ein wichtiges Argument: „Der unverpackte Transport spart uns zwar beträchtliche Kosten und macht unsere Lieferprozesse flexibler, aber nur dann, wenn er vollkommen schadensfrei erfolgt.“
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