Jobverluste SAP-Strategie für KI-Geschäft bedroht 8.000 Jobs

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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SAP plant einen Großumbau, um die Geschäfte in puncto künstlicher Intelligenz (KI) anzukurbeln. Doch das kostet eventuell erneut Tausenden den Arbeitsplatz.

Verschlankungsmaßnahmen haben bei SAP vor gut einem Jahr rund 3.000 Mitarbeitern den Job gekostet. Jetzt konzentriert sich der Softwaregigant verstärkt auf das KI-Geschäft und die Cloud, weshalb weitere 8.000 Stellen auf der Kippe stehen. Folgendes hat man vor ...(Bild:  SAP)
Verschlankungsmaßnahmen haben bei SAP vor gut einem Jahr rund 3.000 Mitarbeitern den Job gekostet. Jetzt konzentriert sich der Softwaregigant verstärkt auf das KI-Geschäft und die Cloud, weshalb weitere 8.000 Stellen auf der Kippe stehen. Folgendes hat man vor ...
(Bild: SAP)

SAP ist Europas größter Softwarehersteller. Nun will das Unternehmen per Großumbau die Geschäfte mit künstlicher Intelligenz (KI) pushen. Von dem Vorhaben seien aber rund 8.000 Mitarbeiter betroffen, teilte das Dax-Schwergewicht vor Kurzem überraschend mit. Die Walldorfer hatten schon vor rund einem Jahr bereits 3.000 Jobs gestrichen, um sich schlanker aufzustellen, damit sie sich wieder mehr auf das angestammte Kerngeschäft rund um die Software zur Unternehmenssteuerung konzentrieren können, wie es damals zur Erklärung hieß. Mit dem nun geplanten Transformationsprogramm verlagert SAP verstärkt Investitionen in strategische Wachstumsbereiche, was in erster Linie in KI-Projekte angeht, erklärte der Vorstandschef Christian Klein. Damit würde SAP auch zukünftig wegweisende Innovationen entwickeln und gleichzeitig die Effizienz der Geschäftsprozesse verbessern.

Zwei Milliarden sollen KI-Bereich bei SAP stärken

Der Hype um KI in der Softwarebranche hatte sich im vorvergangenen Jahr an der Veröffentlichung des Chatbots „ChatGPT“ entzündet, sagt die dpa. Seither möchten alle Softwarekonzerne ein Stück vom erhofft großen zukünftigen „Kuchen“ abhaben. Sie stecken folglich viel Geld in diese Technologie, um sich dafür zu rüsten. SAP hatte im vergangenen Jahr bereits eigene Produkte wie den KI-Assistenten Joule vorgestellt, der es Anwendern erleichtern soll, typische Aufgaben in Unternehmen zu erledigen. Nun nimmt SAP-Chef Klein noch einmal rund 2 Milliarden Euro in die Hand, um den Bereich mit KI zu stärken – soviel nämlich soll das Umbauprogramm insgesamt kosten.

Ein Teil des Umbauprogramms sei auch ein Umbau der Struktur des Konzerns. Bei den meisten der rund 8.000 bedrohten Stellen sollen Freiwilligenprogramme und interne Umschulungen das Problem verringern. Aufgrund von Investitionen in Wachstumsbereiche rechnet SAP nach eigenen Angaben damit, dass am Ende des Jahres die Zahl der Mitarbeiter etwa dem aktuellen Niveau entspricht. Wie viele der vom Umbau betroffenen 8.000 Beschäftigten dann noch bei SAP arbeiten, ist derzeit aber noch nicht abzusehen.

SAP tritt beim Cloud-Umsatz aufs Gaspedal

Immerhin habe der Stellenabbau vor rund einem Jahr bei den Walldorfern nicht zu insgesamt sinkenden Mitarbeiterzahlen geführt. Zum Stichtag Ende Dezember hatte SAP 107.602 Vollzeitbeschäftigte, ein Jahr zuvor waren es 106.312. Viele der damals betroffenen Beschäftigten sind aber dennoch nicht mehr bei SAP. Die geschätzten Kosten für die jetzt anstehende Restrukturierung in Höhe von rund zwei Milliarden Euro sollen zum Großteil im ersten Halbjahr erfasst werden.

Derweil haben sich Klein und sein Finanzchef Dominik Asam für das laufende Jahr mehr Tempo bei Cloud-Umsatz und Ergebnis vorgenommen als im letzten Jahr, wie es weiter heißt. So soll das um Sondereffekte bereinige Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 17 bis 21 Prozent wachsen, wenn Wechselkurseffekte ausgeklammert würden. Das wäre, wie bereits mehrfach vom Management versprochen, eine Beschleunigung.

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